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Mecklenburg-Vorpommern : Ein Drittel des Landes ist Reservat

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Geringster Teil sind Naturschutzgebiete / Nationalpark ist ein Wirtschaftsfaktor

Im zurückliegenden Vierteljahrhundert hat der Naturschutz in MV deutlich zugelegt. Ein Drittel der Landesfläche (34 Prozent) gehört heute zum europäischen Schutzgebiete-Netz Natura 2000. Dieser Status wurde erst in den 1990-er Jahren entwickelt. „In den Gebieten sind alle Vorhaben zulässig, die nicht zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensräume und ihrer Tiere und Pflanzen führen“, heißt es aus dem Umweltministerium.

Im Land sind 235 FFH-(Flora-, Fauna-, Habitat-) Gebiete und 60 europäische Vogelschutzgebiete ausgewiesen. Einige haben sich laut Ministerium aus den in der DDR schon bestehenden Feuchtgebieten von internationalem Rang entwickelt.

Im kommenden Jahr begehen die Nationalparks in Ostdeutschland ihr 25-jähriges Bestehen. Drei der fünf Parke, die 1990 kurz vor der Wiedervereinigung gegründet worden waren, liegen in Mecklenburg-Vorpommern: Der Nationalpark Jasmund, die Vorpommersche Boddenlandschaft und der Müritz-Nationalpark. Mit ihnen werden die wertvollsten Naturräume mit teils einzigartigen Tier- und Pflanzenarten geschützt. Die Parke nehmen 3,7 Prozent der Landesfläche von MV ein, im Bundesschnitt sind es 0,54 Prozent.

Außerdem zählt das Land drei Biosphärenreservate und sieben Naturparks. Der jüngste ist seit 2011 die Flusslandschaft Peenetal.

Während die Großschutzgebiete anfangs bei den Einwohnern heftig umstritten waren, sind sie durch den Tourismus längst zu Wirtschaftsfaktoren geworden. Pro Jahr werden früheren Angaben zufolge etwa eine halbe Million Besucher allein in den Nationalparks gezählt. Das sind nicht nur Gäste, die etwa an Führungen teilnehmen. Eine frühere Untersuchung des Wirtschaftsgeographen Hubert Job (Universität Würzburg) habe ergeben, dass allein der Müritz-Nationalpark so viel Mehrwert in der Region schaffe wie ein mittelständisches Unternehmen mit mehr als 400 Arbeitsplätzen. Eine ähnliche Untersuchung soll 2015 für den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft vorgelegt werden.

Auch die Zahl der Naturschutzgebiete ist gewachsen. Seit 1990 kamen rund 50 neue hinzu. Insgesamt sind es nun 286 Gebiete mit 91 000 Hektar. Das sind 0,3 Prozent der Landesfläche.

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