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Die Bundeskanzlerin in Kühlungsborn : Ein Augenblick für Merkel

vom

Die Bundeskanzlerin ist auf Wahlkampftour an der Küste. In Kühlungsborn wirbt sie für Frieden, Freiheit und Wohlstand.

Freitagabend, 18.28 Uhr: Unter tosendem Applaus und fliegenden CDU-Strohhüten startete Bundeskanzlerin Angela Merkel überpünktlich in Kühlungsborn in den Wahlkampf. Etwa 2000 Gäste jubelten der CDU-Frontfrau  im Konzertgarten – natürlich bei bestem „CDU, nein, Merkel-Wetter“, wie Vincent Kokert, der Generalsekretär  der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, die Spitzenkandidatin der Partei ankündigte: „Ihr ist das Gespräch mit den Menschen wichtiger, als mit den Beamten in Berlin. Das ist das Merkel-Rezept.“

Dort stand sie gestern also, in ihrem hellgrünen Blazer, mit der Bitte um einen kleinen Augenblick Aufmerksamkeit. Seit 2005 ist Merkel Bundeskanzlerin. Drei Amtszeiten hat sie hinter sich. „Damals hatte Deutschland fünf Millionen Arbeitslose. ,Gut, dachte ich, da haste was zu tun‘. Inzwischen haben wir die Arbeitslosenzahl auf 2,5 Millionen reduziert – und darüber hinaus den Mindestlohn eingeführt“, sagt Merkel. Sollte sie am 24. September erneut gewählt werden, macht sie dem kürzlich verstorbenen Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl Konkurrenz, der das Amt 16 Jahre lang bekleidete.

Dieses Mal steht der CDU-Wahlkampf steht unter dem Motto „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“. Merkels Gleichung zum Erfolg: Frieden, Freiheit, Wohlstand. Gerade an letzterem hält sie in ihrer Angenda fest: „Wie erarbeiten wir Wohlstand und wie verteilen wir, was wir erarbeiten, vernünftig?“, fragt sie ins Mikrofon. Wie 2005 geht es ihr in erster Linie  um  das Thema  Arbeit, dieses Mal primär um  Arbeitsplätze. „Der Staat muss gewährleisten, dass diejenigen, die eine gute Idee haben, immer wieder neu investieren“ – unter anderem in neue Mitarbeiter und in die Digitalisierung. „Mittlerweile sind alle mit dem Smartphone unterwegs. Es gibt keine Familienmahlzeit mehr, wo nicht mindestens zwei Mann auf ihr Handy schauen, um zu sehen, was gerade reingekommen ist“, sagt  sie. „Wie sich das private Umfeld verändert, so verändert sich auch das Arbeitsumfeld.“ Deshalb müssten bereits Schulkinder frühzeitig an die Digitalisierung gewöhnt werden. „Das bedeutet auch, dass wir alle Schulen ans Breitbandnetz anbinden und die Bundesländer bei der Weiterbildung von Lehrern auf diesem Gebiet unterstützen“, betont die Bundeskanzlerin. Dies sei der erste Schritt, um langfristig nicht den Anschluss an die Silicon Valleys dieser Welt zu verlieren. Deutschland müsse Fortschritt mitgestalten und weiter in die Forschung investieren. Schließlich könnten sich auch daraus neue Arbeitsplätze entwickeln. „Mehr Arbeiter, bedeutet auch mehr Einzahler – und daraus resultieren ein besseres Gesundheits-, Pflege- und Rentensystem“, verdeutlicht Merkel.  In den vergangenen vier Jahren hätte es  die Regierung unter Merkel bereits geschafft, keine neuen Schulden mehr aufzubauen. „Ich habs nicht so mit den Zahlen, aber wenn wir keine neuen Schulden machen, bedeutet es für die Zukunft, dass wir unseren Enkeln und Kindern keine neuen Schulden aufdrücken“ – und das sei schließlich nicht nur erstrebenswert, sondern auch gerecht. „Doch für Gerechtigkeit muss sich jeder ein Stück weit anstrengen. In den nächsten vier Jahren wird mindestens genauso viel zu tun sein wie in den letzten vier Jahren. Wir dürfen aber keine Angst haben, dass wir die Zukunft nicht bewältigen können.“

Zum Abschluss macht Merkel noch einmal Werbung für das Regierungsprogramm ihrer Partei: Immerhin gibt es das – voll digital – bereits im Internet. 70 Seiten lang. „Sie müssen ja nicht alles lesen“, sagt sie – aber zumindest einmal reinschauen.  Ein Augenblick für Merkel eben.

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erstellt am 14.Jul.2017 | 20:45 Uhr

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