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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 22:31 Uhr

Schwerin : Ein Abend mit Rolf Hoppe

vom

Am 19. April ist Rolf Hoppe im Verlagshaus unserer Zeitung zu Gast, beim schon traditionellen "WarmUp" für das Filmkunstfest MV, das dann in der ersten Maiwoche in der Landeshauptstadt stattfindet.

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erstellt am 20.Mär.2012 | 10:44 Uhr

Schwerin | Ja, er kommt. Rolf Hoppe hat zugesagt. Am 19. April will er im Verlagshaus unserer Zeitung zu Gast sein, beim schon traditionellen "WarmUp" für das Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern, das dann in der ersten Maiwoche in der Landeshauptstadt stattfindet.

Rolf Hoppe, 1930 im thüringischen Ellrich geboren, gehört zu den großen Charakterköpfen des deutschen Films. Er muss keine Hauptrollen spielen, um bei den Zuschauern nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Noch heute ist sein Part als Bösewicht Bashan im Defa-Indianerfilm "Weiße Wölfe" von 1969 als "der Mann, der Goijko Mitic erschossen hat" bei vielen Fans des Indianerdarstellers im Gedächtnis eingebrannt.

Einen ganz anderen Film bringt Hoppe mit für den Abend in Schwerin: "Frühlingssinfonie" von 1983. Der Film von Peter Schamoni über das Leben des Komponisten Robert Schumann und dessen Liebe zu der Pianistin Clara Wieck war die erste westdeutsche Produktion, die in der DDR an Originalschauplätzen gedreht werden konnte. Hoppe brillierte als zwischen Tyrannei und Vaterliebe schwankender Friedrich Wieck, der die Ehe seiner Tochter Clara (Nastassja Kinski) mit Schumann (Herbert Grönemeyer) verhindern will.

Hoppe ist spätestens seit "Frühlingssinfonie" ein gesamtdeutscher Star - und hat den Beruf des Schauspielers von der Pike auf gelernt. Seine "Spielwut" lebte der Sohn eines Bäckermeisters erstmals in einer Laientheatergruppe in seinem Heimatort Ellrich im Harz aus. Damals verdiente er sich sein Geld noch als Kutscher und gelernter Bäcker. Dass er mit Theater sich und anderen Freude bereiten konnte, wurde zum Motiv für seine weitere Berufswahl. "Ich wollte den Menschen nach dem Kriegsende das Lachen wiedergeben", sagt Hoppe. Dabei war seine Karriere 1950 wegen einer Stimmbandlähmung fast gescheitert, er musste zeitweise als Tierpfleger im Leipziger Zirkus jobben. Nach einer Schulung am Institut für Stimmbildung gelang ihm in Halle aber ein Neuanfang, Erfurt, Halle, Greifswald, Leipzig und Gera waren die ersten Engagements nach dem Schauspielstudium. 1961 kam er ans Dresdner Staatsschauspiel - zwei Jahre später auch zum Film.

1980 dann der Durchbruch: Sein jovial-gefährlicher General als Gegenspieler von Klaus Maria Brandauer in István Szabós oscargekrönter Verfilmung von Klaus Manns Roman "Mephisto" machte ihn 1980 international bekannt. Für den Vater Wieck in "Frühlingssinfonie" bescheinigten die Kritiker Rolf Hoppe wieder schauspielerische Weltklasse. Bei den Salzburger Festspielen, dem jährlichen Hochamt des Theaters, war er mehrmals der Mammon im "Jedermann". Aber auch aus kleinsten Szenen macht Rolf Hoppe große Kunst. "Ich spiele ja für Menschen, will ihnen Lebenshilfe und Humor geben", sagte er. Einige Auskünfte mehr über sein Leben und seine Rollen wird er am 19. April geben, im Gespräch mit den Mitarbeitern des Filmkunstfestes und den WarmUp-Gästen.


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