zur Navigation springen

Landesweites Projekt "Künstler für Schüler" : "Eigenen Weg finden, statt Trampelpfad folgen"

vom

Dagmar Dark-Ringstorff begleitet das landesweite Projekt "Künstler für Schüler". In der 14. Runde gab es 35 Workshops an 35 Schulen mit 35 Künstlern. Die Ergebnisse sind in der Schweriner Friedensschule zu sehen.

svz.de von
erstellt am 05.Jun.2013 | 11:46 Uhr

Schwerin | "Es ist immer wieder erstaunlich, wie schöpferisch Kinder und Jugendliche sein können", sagt Dagmar Dark-Ringstorff. Seit Jahren begleitet sie das Projekt "Künstler für Schüler", nun steht sie in der Schweriner Friedensschule vor den Skulpturen, die Grundschüler aus Lübow zusammen mit Bildhauerin Anna Martha Napp geschaffen haben, aus selbstgesammeltem Material, aus Müll.

"Künstler für Schüler" ist ein landesweites Projekt des Künstlerbundes MV. "Künstler können sich gemeinsam mit einer Schulklasse bewerben, alle ausgewählten Projekte werden dann vom Kultusministerium gefördert", erläutert Christiane Zenkert, die das Projekt koordiniert. Bei der 14. Auflage in diesem Jahr fanden schließlich 35 Workshops an 35 Schulen mit 35 Künstlern statt, die Ergebnisse waren gestern in der Schweriner Friedensschule zu sehen.

Bildhauerin Anna Martha Napp kennt "Künstler für Schüler" von beiden Seiten. "Ich bin auf die Schule zugegangen, weil ich als Schülerin selbst mal dabei war und es damals unheimlich spannend fand", erzählt die 30-Jährige. Mit neun Zweit-, Dritt- und Viertklässlern ist Napp losgezogen und hat Müll gesammelt. Daraus wurden in einem fünftägigen Prozess schließlich Tier-Skulpturen. "So hat Picasso auch gearbeitet", sagt Napp mit einem Augenzwinkern und mit Blick auf den spanischen Jahrhundertkünstler, der aus einem Fahrradsattel und -lenker 1942 die Assemblage "Stierschädel" schuf. Für die Schüler sei es eine große Erfahrung gewesen, ihre Werke schließlich auszustellen und mit dem Publikum darüber zu reden, berichtet Napp.

Mindestens ebenso wichtig wie das am Ende stehende Werk sei bei "Künstler für Schüler" aber der Weg dorthin, betont die Vorsitzende des Künstlerbundes MV, Miro Zahra. Es gehe auch um Selbstreflexion: "Die Workshops sollen kein Unterricht sein und auch kein Kurs, sondern das Erleben einer künstlerischen Methode." Anne-Katrin Altwein, Bildhauerin aus Ivenack, nennt es "Material beleben".

Bei "Künstler für Schüler" geht es auch um die Auseinandersetzung mit der eigenen Person, darum, sich zu beweisen. "Lob und Anerkennung sind wichtig für das Selbstbewusstsein", betont Dagmar Dark-Ringstorff. Das Projekt ermögliche etwas, das in der Kunst zählt und im Leben überhaupt: "Eigene Wege gehen, statt dem Trampelpfad zu folgen."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen