Versicherung versagte Zuschlag : Eichenhof: Versteigerung geplatzt

Die durch einen Brand  heruntergekommene 'Eichenhof'-Immobilie bleibt weiterhin schutzlos der Witterung ausgesetzt. Der vorgesehene Zuschlag für einen Investor aus Braunschweig wurde durch den Gläubiger, die 'R+V'-Versicherung, versagt. Harald Schulz
Die durch einen Brand heruntergekommene "Eichenhof"-Immobilie bleibt weiterhin schutzlos der Witterung ausgesetzt. Der vorgesehene Zuschlag für einen Investor aus Braunschweig wurde durch den Gläubiger, die "R+V"-Versicherung, versagt. Harald Schulz

Die Zwangsversteigerung des ehemaligen Hotels "Eichenhof" in Heiddorf ist gestern vor dem Amtsgericht Ludwigslust geplatzt. Der Zuschlag für den Bieter wurde durch ein Schreiben der "R+V"-Versicherung versagt.

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04. Februar 2011, 07:06 Uhr

Ludwigslust/Heiddorf | Der entscheidende öffentliche Zwangsversteigerungstermin des ehemaligen Hotels "Eichenhof" in Heiddorf ist gestern vor dem Amtsgericht Ludwigslust geplatzt. Der Zuschlag für den Bieter, Gerhard Norbert Boltz, der 98 000 Euro geboten hatte (SVZ berichtete), wurde durch ein Schreiben der "R+V"-Versicherung versagt. Der Bieter aus Braunschweig erschien gestern um 9 Uhr erst gar nicht im Gericht. Nun wird von Amts wegen innerhalb von drei bis sechs Monaten ein erneuter Termin anberaumt. In dessen Verlauf kann das durch Feuer, Frost und Regen zur Ruine heruntergekommene Haus für einen beliebigen Betrag ersteigert werden, so der gestrige Gerichtsbeschluss.

Die Begründung der "R+V"-Zentrale in Wiesbaden, den Zuschlag zu versagen, liege in der so genannten Siebenzehntel-Klausel begründet, informierte Rechtsanwalt Ansgar Nachtsheim aus Bonn, der die Versicherung in der Angelegenheit vertritt. Da der Wert der Immobilie auf 186 644 Euro festgesetzt sei, erreichten die 98 000 Euro nicht diese Summe. Den finanziellen Ausfall bei einer Veräußerung wolle die Versicherung als Gläubigerin nicht tragen, war auch dem gerichtlichen Beschluss zu entnehmen.

Versicherungssumme könnte schon bald verjähren

Pikant: Zum gestrigen Zuschlagstermin erschien ein Interessent (Name ist der Redaktion bekannt), der bereits bei der Zwangsversteigerung vor einer Woche mitbieten wollte. Letztlich war das Boltz-Gebot dann doch zu hoch für ihn. Der Interessent befürchtet ein Verschleppen der Versteigerung des Heiddorfer Objektes, so lange, bis die Frist für die Zahlung der Versicherungssumme aus dem Brandschaden verstrichen sei. Wie die SVZ erfuhr, soll es sich um eine Summe weit über 1,1 Mio. Euro handeln. Als Stichtage könnten der 4. oder 5. Mai 2011 gelten, lautete die Information vom Bürgermeister der Gemeinde Neu Kaliß, Burkhard Thees. Die Kommune warte zudem auf mehr als 7000 Euro, die für freiwillige Sicherungsleistungen auf dem Heiddorfer Grundstück und für die Ansetzung einer Zwangsversteigerung ausgegeben worden seien, so Thees.

Ob sich ein Käufer im Verlauf der neuerlichen Zwangsversteigerung nach dem 5. Mai finde, sei wohl eher unwahrscheinlich. Die Versicherungssumme wäre eben ein gutes Startpolster, um dem Haus wieder Leben einzuhauchen, meint der Bürgermeister. Auch ohne die Versicherungssumme müsse ein akzeptables Angebot vorliegen, so Rechtsanwalt Nachtsheim. Bei zu niedrigen Offerten besitze er "einige rechtliche Steuerungsmittel", um den Preis annehmbar zu gestalten oder den Zuschlag erneut abzuwehren.


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