Filmkunstfest MV : Ehrenpreis Goldener Ochse für Henry Hübchen

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Der Schauspieler Henry Hübchen wird in diesem Jahr mit dem „Goldenen Ochsen“, dem Ehrenpreis des Filmkunstfestes MV, geehrt.

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26. Januar 2018, 20:55 Uhr

„Tashunka Witko“ wurde verraten und starb. Tokei-ihto darf nicht sterben.“ Diese pathetischen Worte spricht der junge Dakota-Indianer Hapedah in dem legendären Defa-Film „Die Söhne der großen Bärin“ (1966). Man muss schon sehr genau hinsehen, um in diesem jungen Krieger mit seinem Tomahawk den Schauspieler Henry Hübchen zu erkennen. Immerhin deutete er schon damals an, wie wandlungsfähig er ist.

„Henry Hübchen ist einer der großen Könner seines Fachs. Er balanciert meisterhaft auf dem Grat zwischen Komik und Tragik. Als Schauspieler zeichnen ihn seine große Offenheit, Sensibilität und sein Einfallsreichtum aus, und mit seinem ruppigen Charme und seinem Talent für Slapstick spielt er sich in die Herzen des Publikums“, so gestern Volker Kufahl, der Leiter des Filmkunstfestes MV, das Hübchen in diesem Jahr mit dem Ehrenpreis Goldener Ochse auszeichnet.

Die Liste seiner Filme ist kaum zu überblicken – von seinem ersten, eben jenem Indianerfilm mit Gojko Mitic, bis zum Film „Kundschafter des Friedens“, der 2017 in die Kinos kam. Die fünf „Polizeiruf 110“-Folgen als Schweriner Kriminalhauptkommissar Tobias Törner an der Seite von Uwe Steimle nicht zu vergessen.

Überhaupt verbindet den Urberliner Henry Hübchen (70) viel mit dem Norden.

Am Theater Anklam lernte der Absolvent der Berliner Schauspielschule „Ernst Busch“ den späteren Kultregisseur Frank Castorf kennen, unter dem er später an der Volksbühne arbeitete. Immer wieder drehte er an der Ostsee, u. a. in Binz 2009 in Andreas Dresens Tragikomödie „Whisky mit Wodka“. Nicht zuletzt war Hübchen 1980 und 1981 DDR-Meister im „Brettsegeln“, wie Surfen damals hieß, einen davon ersegelte er sich auf dem Schweriner See.

Mit seinem noch immer jungenhaften Charme, seiner Berliner Schnoddrigkeit und seinem unnachahmlichen Komödiantentum hat sich Henry Hübchen in der DDR und auch im dann größeren Deutschland in die Herzen von Regisseuren und Zuschauern gespielt.

Für seine Figur des arbeitslosen ehemaligen DDR-Sportreporters und Zockers Jaeckie Zucker, der sich in „Alles auf Zucker!“ mit einer siebentägigen Trauerzeit nach jüdischer Tradition eine Erbschaft erschleichen will, erhielt Hübchen 2005 den Deutschen Filmpreis.

Diese Komödie wird gemeinsam mit vier weiteren seiner Filme in der Hommage beim diesjährigen Filmkunstfest MV (1. bis 6. Mai) in Schwerin gezeigt. Henry Hübchen selbst wird den Ehrenpreis Goldener Ochse auf einer Gala am 5. Mai entgegennehmen.

Mit „Jakob der Lügner“ (1974) war Hübchen und das Filmteam schon einmal für einen Goldjungen nominiert – bei den Oscars in der Kategorie bester fremdsprachiger Film.

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