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Bürgerschaftliches Engagement : Ehrenamtsstiftung startet holprig

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vier Tage vor ihrem Start sind wichtige Verwaltungsstellen der Stiftung noch nicht besetzt.

svz.de von
erstellt am 28.Mai.2015 | 11:45 Uhr

Vier Tage vor ihrem geplanten Start sind die Verwaltungsstellen in der „Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement in Mecklenburg-Vorpommern“ immer noch nicht besetzt – trotz einjähriger Vorbereitung. „Wir sind bestrebt, die noch freien Stellen zügig zu besetzen“, zitierte Regierungssprecher Andreas Timm gestern die Vorstandsvorsitzende der Stiftung Hannelore Kohl, Präsidentin des Landesverfassungsgerichts .

Aber immerhin steht schon mal fest, wer die Geschäfte der Stiftung führen wird: Der parteilose Jan Holze, der zurzeit noch als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Juristischen Fakultät der Universität Münster arbeitet. Der Vorstand der Ehrenamtsstiftung habe sich einstimmig für ihn entschieden, betonte Timm.

Holze wurde 1981 in Stralsund geboren. Er wuchs in Neubrandenburg auf, studierte in Rostock erfolgreich BWL und später auch noch Jura. Mit ehrenamtlicher Arbeit kennt er sich aus: Unter anderem ist Holzer zweiter Vorsitzender der Deutschen Sportjugend.

1119 Bewerbungen waren bis April auf die insgesamt sieben zu besetzenden Stellen in der Verwaltung der Stiftung eingegangen – so viele, dass Personal aus der Staatskanzlei und weiteren Ministerien zur Sichtung abgestellt werden musste. Die Stellen gelten als sehr gut dotiert, was nicht nur bei der Landtags-Opposition, sondern auch bei vielen Ehrenamtlern im Land für Kritik und Unverständnis sorgte.

Die Landesregierung hatte am 7. April die Einrichtung der Ehrenamtsstiftung beschlossen. Bei der Stiftung gehe es nicht allein um finanzielle, sondern vor allem um organisatorische Unterstützung der Ehrenamtlichen, hatte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) seinerzeit erläutert. Fünf Aufgabenfelder würden dabei im Mittelpunkt stehen: die Stärkung der Anerkennung für das Ehrenamt; Beratung bei rechtlichen Fragen, Öffentlichkeitsarbeit und Förderung; Weiterbildung von Ehrenamtlichen; Vernetzung und Bürokratieabbau. Für die Stiftung stehen jährlich 1,4 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt bereit, davon 500  000 Euro für die direkte Förderung, 480 000 Euro für Personalkosten. Sitz der Stiftung soll Timm zufolge voraussichtlich Güstrow sein, sicher ist das noch nicht.

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