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Mecklenburg-Vorpommern

14. Dezember 2017 | 14:11 Uhr

Ehestreit endet tödlich

vom

svz.de von
erstellt am 12.Jan.2012 | 07:27 Uhr

Rostock | Tragisches Familiendrama mitten in Rostock: Ein 70-jähriger Mann hat am Mittwoch erst seine Frau und dann sich selbst erschossen. Der Sohn, der am Abend noch einmal bei seinen Eltern nach dem Rechten sehen wollte, entdeckte die Leichen noch am selben Abend.

Mutter sitzt mit Kopfschuss im Wohnzimmersessel

Als der Sohn kurz vor 19 Uhr zu seinen Eltern fährt, ahnt er noch nichts von dem Drama, das sich kurz zuvor in der Wohnung in der Hufelandstraße abgespielt hat. Das Mehrfamilienhaus mit vorwiegend älteren Mietern wirkt ruhig und gepflegt wie immer. Der Mann öffnet die Tür zur Wohnung seiner Eltern und macht die schockierende Entdeckung: Sowohl seine Mutter als auch sein Vater sind tot. Beide haben Schussverletzungen am Kopf. Die Mutter sitzt in einem Sessel im Wohnzimmer, der Vater liegt im Gästezimmer, neben ihm eine Sportpistole - mit hoher Wahrscheinlichkeit die Tatwaffe.

Polizei findet Waffen in der Wohnung und im Keller

Über den Notruf alarmiert der Sohn die Polizei. Kurz nach 19 Uhr treffen die Beamten und der Notarzt ein. Sofort beginnen die Untersuchungen von Kripo, Rechtsmedizin und Staatsanwaltschaft. "Bisherige Ermittlungen haben ergeben, dass der Vater seit 20 Jahren Sportschütze war", sagt der Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft, Andreas Gärtner. Bei der Tat handele es sich vermutlich um einen erweiterten Suizid. Der 70-Jährige habe deshalb neben der Pistole mehrere andere Waffen und die dazugehörige Erlaubnis besessen. Die Ermittler fanden unter anderem Gewehre in der Wohnung sowie im Keller des Hauses.

Mögliches Motiv der Bluttat könnte eine beabsichtigte Trennung gewesen sein. Offenbar hatte die 60-jährige Frau vor, aus der Wohnung auszuziehen. Einen Teil ihrer Sachen hatte sie in den Tagen vor ihrem Tod schon zu einer Freundin gebracht. "Das Paar soll sich seit zwei Jahren im Streit befunden haben", sagt der Oberstaatsanwalt Gärtner. Nachbarn hätten von häufigen Auseinandersetzungen berichtet. Über Spuren körperlicher Gewalt unmittelbar vor dem Tod der beiden konnten die Ermittler noch keine Angaben machen. Auch ein Abschiedsbrief des Mannes wurde nicht gefunden. Eine Obduktion, zu der die Leichen noch in der Nacht abgeholt worden waren, soll Aufschluss darüber geben, ob es vor den Schüssen zu Handgreiflichkeiten gekommen war. Erste Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchung werden heute erwartet.


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