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Video: Umfrage : „Ehe für alle“: Wie MV abstimmen will

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Am Freitag stimmt der Bundestag ab: Wir haben die 13 Abgeordneten aus MV und Bürger auf der Straße befragt

Unmittelbar vor der für geplanten Bundestagsentscheidung über die Öffnung der Ehe für Homosexuelle am Freitag hat sich der Koalitionsstreit darüber weiter zugespitzt. CSU-Chef Seehofer sprach von Koalitionsbruch. Geht es nach den 13 Bundestagsabgeordneten aus MV , dann kommt die „Ehe für alle“. Acht wollen mit „Ja“ stimmen, bei Kanzlerin Merkel wird mit einem „Nein“ gerechnet. Wie die Abgeordneten aus MV im Einzelnen abstimmen wollen:

 

Abgeordnete: Achtmal Ja aus MV

Diese Entscheidung hat keine Parteifarbe. Geht es nach den 13 Abgeordneten aus MV im Bundestag, dann kommt die „Ehe für alle“. Acht werden heute mit „Ja“ stimmen, über Kanzlerin Angela Merkel, die ihren Wahlkreis in Vorpommern/Rügen hat, heißt es: „Es wäre verwunderlich, wenn sie nicht mit Nein stimmen würde.“ Wie bei der CDU fast durchweg. Die Begründungen fallen jedoch recht unterschiedlich aus. Für Eckhardt Rehberg aus Ribnitz-Damgarten gilt es „die Familie, aus der Kinder hervorgehen, in besonderer Weise zu schützen“. Er ist für eine gesellschaftliche Debatte, „gerne auch im Wahlkampf“. Wie auch sein Schweriner Kollege Dietrich Monstadt meint er, dass eine Grundgesetzänderung notwendig sei. Das Grundgesetz definiert den Ehebegriff anders, sagt Rechtsanwalt Monstadt. „Ich möchte keinen Verfassungsbruch begehen.“ Peter Stein (CDU) aus Rostock hingegen will das Thema dezidiert aus dem Wahlkampf heraushalten, und sagt deshalb „Ja“. „Ich unterstelle jedem Menschen, der vor das Standesamt tritt, eine absolute Ernsthaftigkeit... und wünsche allen Liebespaaren, die den Wunsch und das Recht zur Ehe haben, alles Glück dieser Erde.“ Für SPD, Linke und Grüne ist es vor allem ein Schritt zur toleranten Gesellschaft und gegen die Diskriminierung, so Sonja Steffen (SPD). Für Dietmar Bartsch (Linke) wird heute der erste Antrag der Linken in dieser Legislatur, Drucksache 8/18 vom 23. Oktober 2013, erfüllt. „Wir stellen Normalität her“, so Bartsch ganz ohne Pathos. Max-Stefan Koslik

Bürger: Fast nur Ja

Die meisten Passanten in der Schweriner Innenstadt verstehen die Frage nicht so recht. Verdutzt blicken sie in die Kamera, lassen eine Pause – es wirkt, als seien sie irritiert; gleichgeschlechtliche Ehe: Warum fragen Sie überhaupt? Ist die Antwort darauf nicht offensichtlich? Natürlich bin ich dafür.

Erik Felke nickt schon, als die Wörter gleichgeschlechtliche Ehe fallen. „Ja, ich bin dafür“, sagt er, um hinterherzuschieben: „Kurz und knapp, ich weiß.“ Und warum? „Homosexuelle sollten die gleichen Rechte haben wie Heterosexuelle.“

Ein anderer Passant wollte erst gar keine Antwort geben. Seinen Namen nennt er auch nicht. Er kommt aus einem anderen Land, Tschechien. Sein Deutsch klingt gebrochen. Dann aber versteht er: Ehe zwischen Mann und Mann. „Ich bin geheiratet mit eine Freund“, sagt er und hebt seine Hand, um seinen Ring zu zeigen.

Politisch sieht es Wolfgang Kellermann. Die Entscheidung sei zurzeit überflüssig. „Es gibt wichtigere Sachen, um die man sich kümmern sollte, aber nicht um so einen Blödsinn.“

Anders Herbert Katzner. Die gleichgeschlechtliche Ehe? „Absolutes No-Go.“ Wir hätten uns fortzupflanzen und das sei mit gleichgeschlechtlichen Partnern nicht möglich.

Übrigens: Laut einer Insa-Umfrage sind 75 Prozent der Deutschen für die „Ehe für alle“. Sebastian Schramm

Was halten Sie von der Öffnung der Ehe für Homosexuelle?

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