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Debatte im Landtag : Ehe für alle – Linke will Druck machen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auch ein prominentes Gesicht fordert die Gleichstellung homosexueller Paare.

Die rot-schwarze Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern soll sich nach dem Willen der oppositionellen Linken für die rasche Einführung der Ehe für Schwule und Lesben einsetzen. Einen Antrag zur „Ehe für alle“ will die Links-Fraktion auf der Landtagssitzung am Freitag zur Debatte stellen. Darin wird die Landesregierung aufgefordert, auf Bundesebene mit allen verfügbaren Mitteln darauf hinzuwirken, dass gleichgeschlechtliche Paare unverzüglich das Recht auf Eheschließungen erhalten. Es werde höchste Zeit, dass die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare endlich gesetzlich verankert werde, heißt es dazu von der Linksfraktion.

Begrüßt wird der Vorstoß zur Öffnung der Ehe für Schwulen und Lesben auch vom schönsten Mann im Bundesland, Tony Eberhardt. Für den amtierenden Mister Mecklenburg-Vorpommern und Homosexuellen ist die vollständige rechtliche Gleichsetzung von gleichgeschlechtlichen Paaren längst überfällig. „Viele Länder sind bei der Ehe für alle schon viel weiter vorangeschritten. In Deutschland hält man dagegen immer noch an einem traditionellen Ehe- und Familienbild fest“, sagt der 22-Jährige.

Gleichgeschlechtliche Paare haben in Deutschland bislang nur die Möglichkeit, eine eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen. Dieser Bund ist der heterosexuellen Ehe allerdings nicht komplett gleichgestellt – Unterschiede gibt es bei rund 150 Regelungen. Das größte Problem liegt laut Eberhardt beim Adoptionsrecht. „Wir dürfen keine Kinder adoptieren“, erklärt er. Homosexuelle würden dadurch weiterhin benachteiligt und hätten keine vollständigen Rechte.

Dem Vorstoß der Linken im Schweriner Landtag zur Gleichstellung schwuler und lesbischer Paare werden allerdings nur geringe Erfolgschancen eingeräumt.

Zwar hatte der SPD-Fraktionschef Thomas Krüger angedeutet, die Ehe für alle zu befürworten – er verwies aber auf Vorbehalte beim Koalitionspartner CDU. Da heißt es auch prompt, dass die Ehe zwischen Mann und Frau durch das Grundgesetz geschützt sei. „Diese Ehe ist der Ursprung für Familie und wesentlicher Bestandteil unseres Zusammenlebens. Sie ist das Fundament unserer Gesellschaft“, erklärt ein Fraktionssprecher. Die Fraktion werde sich deshalb gegen eine Ehe für alle aussprechen. Auch von der AfD werden die Linken für ihren Antrag wohl keine Stimmen bekommen, wie ein Fraktionssprecher durchblicken ließ. Man wolle die Ehe als besonderen Bund zwischen Mann und Frau erhalten. Er bilde die Keimzelle der Gesellschaft.

Für den Linken-Abgeordneten Peter Ritter sind die Argumente der Gegner nicht nachvollziehbar. „Warum benötigen sie einen wahrnehmbaren Unterschied zwischen homo- und heterosexuellen Lebensverbünden“, fragt er sich. Das ergebe doch überhaupt keinen Sinn.

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