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Präventionsarbeit im DiaPoli-Projekt : Durchblick im Kampf gegen Drogen

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Die ersten hundert Tage in seiner neuen Tätigkeit als Präventionsfachkraft im Suchthilfezentrum Ludwigslust waren für Matthias-Claudius Hannemann ausgefüllt mit zahlreichen Projekten, Vorhaben und Bildungsarbeit.

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erstellt am 03.Jul.2013 | 12:01 Uhr

Die ersten hundert Tage in seiner neuen Tätigkeit als Präventionsfachkraft im Suchthilfezentrum Ludwigslust waren für Matthias-Claudius Hannemann ausgefüllt mit zahlreichen Projekten, Vorhaben und Bildungsarbeit. So absolvierte er mit anderen Teilnehmern jüngst eine Fortbildung zum Thema "Durchblick oder Dschungelblick?" in Ludwigslust. Mit ihm saßen im Beratungsraum des Suchthilfezen trums Ludwigslust in der Kanalstraße 20 an diesem Abend etwa 19 Männer und Frauen, die als Mulitiplikatoren in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen Aufklärungsarbeit leisten und für die jungen Menschen Ansprechpartner und Vertrauensperson zugleich sein sollen. Schwerpunkt dieser insgesamt vier Schulungsveranstaltungen in Ludwigslust sind illegale Drogen aus polizeilicher Sicht und aus Sicht der Suchtberatung.

150 Power-Point-Folien zur Laborarbeit in den Helios Kliniken

"Am letzten Tag dieser aus vier Veranstaltungen bestehenden Schulung, an dem auch die Zertifikate überreicht wurden, war Dr. Christian Haase von den Helios Kliniken Schwerin zu Gast und referierte über die Identifizierung von Drogen und Suchtbereich, stellte dabei die Laborarbeit vor, in deren Mittelpunkt die Analysen von Blutproben stehen", erklärte Matthias-Claudius Hannemann. Aufmerksam hörten die Erzieher, Berufsschullehrer, Mitarbeiter von Jobcentern, Gruppenleiter von Wohngruppen aus Behindertenwerkstätten und Familienhelferinnen, zu, was der Mediziner zu sagen hatte. "Das war schon beeindruckend. Zwei Stunden lang präsentierte Dr. Haase 150 Power-Point-Folien, die neu ins Land kommenden Designerdrogen, sprach über Screening. Meistens geht es beim Drogenscreening um eine langfristige Überwachung des Drogenkonsums der Zielperson. Das bedeutet, dass regelmäßig verschiedene Drogentests durchgeführt werden, um zu überprüfen, ob sich das Konsumverhalten auch wirklich dauerhaft geändert hat. Auch die Inhalation der Drogen, die sich bekannten Suchtmitteln ähneln, aber nicht im Gesetz aufgefordert sind, wurde angesprochen. Dazu zählen auch so genannte Spice-Pakete, die als Kräutermischung getarnt verschickt werden. Kräutermischungen, die synthetische Cannabinoide enthalten und die man wie Joints rauchen kann. Neben unbekannten pflanzlichen Bestandteilen enthalten diese Mixturen allerdings synthetische Cannabinoide, die nichts mit dem berauschenden Wirkstoff THC in der Cannabispflanze gemein haben, sondern ungleich stärker und gefährlicher sind. "Anhand von Zahlen und Fakten wurde deutlich, wie gefährlich das Zeug ist. Der Versand über Online-Shops hat in der Vergangenheit zugenommen. Heutzutage werden diese so genannten Designerdrogen in Kellerküchen in Tschechien dicht an der Grenze hergestellt", so Matthias-Claudius Hannemann. In Auswertung der beim Projekt "Durchblick oder Dschungelblick" geht es darum, junge Menschen aufzuklären, ihnen die Gefahren von Drogenkonsum und Alkoholmissbrauch vor Augen zu führen. "Wir wollen als Präventionsberater junge Menschen, die diesem Risiko ausgesetzt sind, sensibilisieren. Sie machen sich oftmals keine Gedanken über ihren Drogenkonsum. Nach der ersten Einnahme von Cannabis laufen schon Prozesse im Gehirn ab, die nicht mehr umkehrbar sind." Behandelt wurden in diesen vier Veranstaltungsmodulen auch das Thema Drogenszene, das Wissen um die verschiedenen Ebenen und Stufen des Handels und des Vertriebs von Drogen, um dann später im Gespräch mit den Jugendlichen an Schulen und Berufsschulen auch zu wissen, wovon man als Präventionsberater spricht. Auch die rechtliche Seite wird dabei behandelt, was genau strafbar ist und was nicht. Vermittelt wurden zudem umfangreiche Informationen rund um Handel, Anbau, Verlauf und Konsum von Drogen.

Aufgrund der vielen Nachfragen haben sich das Suchthilfezentrum Parchim, hier ist Präventionsfachkraft Jacqueline Röhr Ansprechpartnerin, und die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Schwerin, vertreten durch Andrea Schott, dazu entschlossen, innerhalb des vom Landkreis Ludwigslust-Parchim mitfinanzierten Kooperationsprojektes "Dia Poli" (eine Kombination aus Diakonie und Polizei) ein Seminar mit dem Schwerpunkt illegale Drogen zu veranstalten.

Der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung zeigt, dass Suchtprävention wirkt. Jugendliche konsumieren weniger Alkohol, Tabak und Cannabis. Präventionsansätze, die auf der umfassenden Förderung und des Trainings der Lebenskompetenzen beruhen und bereits im Kindergarten beginnen sind der richtige Weg.

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