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AOK Nordost : Dünnt die AOK ihre Beratung aus?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kunden verunsichert: Mehrere Geschäftsstellen durch Service-Mobile ersetzt Kasse beteuert: 55 Anlaufstellen in MV bleiben erhalten

svz.de von
erstellt am 10.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Viele der 440 000 Versicherten der AOK Nordost in Mecklenburg und Vorpommern sind beunruhigt: Wie lange werden sie noch vor Ort Ansprechpartner ihrer Kasse erreichen?

Erst zu Wochenbeginn machte die AOK in Sternberg Schlagzeilen. Dort wurde die Beratungsstelle zum Jahresende geschlossen, jetzt kommt an zwei Vormittagen pro Woche das Service-Mobil der Kasse. Bei der Premiere aber bildeten sich lange Schlangen. Selbst diejenigen mussten bis zu einer Stunde lang vor dem Kleinbus frieren, die nur etwas abgeben wollten – denn aus Datenschutzgründen wird jeweils nur eine Person in die „rollende Geschäftsstelle“ gelassen.

Auch in Bützow ist ein derartiges Szenario vorstellbar. Dort musste die AOK-Geschäftsstelle wegen baulicher und technischer Mängel im Dezember geschlossen werden. Bis zum Jahresende stellte die Wohnungsgenossenschaft kurzfristig Räume zur Verfügung. Seit Jahresbeginn kommt nun auch nach Bützow das Service-Mobil – darin finden AOK-Versicherte an zwei Vormittagen pro Woche persönliche Ansprechpartner. Bislang allerdings war die Geschäftsstelle an vier Tagen pro Woche geöffnet, wenn auch an zwei Tagen nur halbtags. Ob der Service auf Rädern in Bützow ebenfalls zum Regelfall wird, weiß niemand. Bei der AOK heißt es dazu, man wolle erst abwarten, ob und wie das Haus, in dem die Geschäftsstelle bisher untergebracht war, saniert werden könne.

„Nach wie vor sind Mitarbeiter der AOK-Nordost an 55 Standorten im Land persönlich für unsere Versicherten erreichbar“, betont der Sprecher der größten Krankenkasse im Land, Markus Juhls. Das sei das mit Abstand flächendeckendste und dichteste Beratungsstellennetz einer Kasse in Mecklenburg-Vorpommern. „Nähe ist für uns ein wichtiger Wert“, betont Juhls. In 39 Orten gebe es „große“ Geschäftsstellen, in den anderen 16 zumindest tageweise Beratung vor Ort.

Tatsächlich aber habe es noch einige weitere Veränderungen gegeben. In Bansin auf Usedom würden die drei wöchentlichen Sprechtage jetzt in anderen Räumlichkeiten abgehalten. Auch in Gnoien mussten sich die AOK-Versicherten umstellen: „Dort hatte uns der Bürgermeister die Räumlichkeiten im Rathaus gekündigt“, erläutert Juhls. Der dienstägliche Sprechtag werde nun auch dort im Service-Mobil abgehalten, das vorerst auf dem Markt Halt macht.

Ebenso in Sternberg mache das Mobil auf dem Markt Station, die Lage sei viel zentraler als die der bisherigen Geschäftsstelle, betont Juhls. Dort hätten Kundenmessungen ergeben, dass die Vor-Ort-Beratung immer seltener in Anspruch genommen werde.

Nach den „Anlaufschwierigkeiten“ zu Wochenbeginn gebe es in Sternberg nun einen Briefkasten für die AOK-Versicherten, so Juhls. Zudem sei der Andrang auch in den stationären Geschäftsstellen zu Jahresbeginn immer besonders groß, erfahrungsgemäß werde es deshalb schon bald keine Warteschlangen mehr geben.

Weitere Veränderungen im Geschäftsstellennetz seien nicht vorgesehen, betont Juhls. Er verweist aber auch darauf, dass insgesamt die Zahl der Versicherten, die in einer Geschäftsstelle Rat suchen, zurückgeht. „Wie reagieren deshalb auf veränderte Kundenwünsche und verstärken unsere telefonische Präsenz sowie das Online-Angebot.“

 

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