zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

18. Dezember 2017 | 13:59 Uhr

Nitratbericht : Dünger belastet Grundwasser

vom
Aus der Onlineredaktion

An 28 Prozent der Messstellen werden Grenzwerte überschritten

von
erstellt am 03.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Gefahr im Wasser: Im deutschen Grundwasser findet sich noch immer zu viel Nitrat. Zwischen 2012 und 2014 wurde der zulässige Grenzwert von 50 Milligramm je Liter an 28 Prozent der Messstellen überschritten. Das geht aus dem Nitratbericht der Bundesregierung hervor, den das Umweltministerium gestern veröffentlicht hat. In den vergangenen Jahren habe sich die Nitratbelastung „nur geringfügig verbessert“, hieß es.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist das Grundwasser in Gefahr. 29 Vorkommen im Land sind nach Angaben des Agrarministeriums in einem guten Zustand, 24 aber seien teilweise so stark belastet, dass die zulässigen Grenzwerte überschritten wurden.

Angesichts dr hohen Nitratwerte in Deutschland kommt aus den Ländern der Ruf nach Konsequenzen. „Dass der aktuelle Bericht der Bundesregierung deutschlandweit keine Verbesserung der Grundwasserqualität aufzeigt, sondern dass an zahlreichen Messstellen die Grenzwerte für Nitrat überschritten werden, bestätigt uns in unserer Forderung nach einer deutlichen Verschärfung der Düngeverordnung“, erklärte NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Grüne) gestern im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. „Fünf Mal schon hat der Bundeslandwirtschaftsminister eine Vorlage angekündigt. Fünf Mal Fehlanzeige“, so Remmel. Angesichts der vorliegenden Klage der EU-Kommission drohten jetzt empfindliche Geldstrafen in Milliardenhöhe, die Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt (CSU) zu verantworten habe. „Ich fordere die Bundesregierung auf, zügig eine wirksame Düngeverordnung umzusetzen“, so Remmel. Ähnlich äußerte sich Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne): „Was da auf Bundesebene beim Grundwasserschutz präsentiert wird, ist ein Trauerspiel.“ Schmidt müsse sich nun schon von den eigenen Koalitionskollegen aus dem Umweltministerium „die Leviten lesen lassen“. Der aktuelle Nitratbericht sei „eine schallende Ohrfeige“ für den Minister: „Seit Jahren ist bekannt, dass auf fast einem Drittel der Flächen in Deutschland der Nitrat-Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschritten wird.“

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt wies die Kritik zurück. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Novelle das Düngerechts“, so der CSU-Politiker gestern im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. Noch im Januar würden dazu Gespräche zwischen den Staatssekretären und mit Ministern der Bundesländer stattfinden: „Wir gehen davon aus, dass mit den vorgesehenen Anpassungen mittelfristig deutliche Verbesserungen bei der Verringerung der Nitrateinträge in die Gewässer erzielt werden können.“ Die Landwirtschaft und vor allem die kleineren Betriebe dürften jedoch nicht mit überzogenen Forderungen belastet werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen