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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 12:40 Uhr

Drygalla-Freund: Bin aus NPD ausgetreten

vom

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2012 | 09:25 Uhr

Berlin | Der Freund der Olympia-Ruderin Nadja Drygalla hat sich nach eigenen Angaben vom Rechtsextremismus losgesagt. Er sei bereits im Mai aus der NPD ausgetreten, erklärte Michael Fischer gestern und bestätigte Aussagen seiner Partnerin. Zweifel an seiner Abkehr von rechtsextremen Haltungen konnte der frühere Landtagskandidat der NPD in Mecklenburg-Vorpommern aber nicht vollständig ausräumen.

Er sei vor den Olympischen Spielen in London "den Schritt gegangen, mit der Sache abzuschließen, dass ich Neonazi bin. Ich bin aus der Partei ausgetreten und hatte auch so keinen großartigen Kontakt mehr zu Leuten, die damit zu tun hatten", sagte der 24-Jährige. Er hatte im vergangenen Jahr für die rechtsextreme NPD bei der Landtagswahl kandidiert.

Stefan Köster, Landesvorsitzender der NPD, bestätigte, dass Fischer die Partei Ende Mai verlassen habe. Er sei überzeugt davon, dass Fischer "wegen seiner politischen Haltung verfolgt worden sei und nun vor den Verfolgern eingeknickt ist", sagte Köster.

Die Folgen seiner Taten in der rechten Szene habe er für sich selbst bewusst in Kauf genommen, erklärte Fischer. "Daher würde ich nicht sagen, dass ich das bereue. Aber ich habe insbesondere Nadja nie einen Gefallen getan, insofern wäre es besser gewesen, wenn ich es nie gemacht hätte." Der frühere Ruderer behauptete, dass er jetzt auch "gar keine Rolle" bei den Nationalen Sozialisten Rostocks (NSR) spiele. Die Kontakte in die rechte Szene waren mit dem Austritt aber nicht vollends abgerissen. Am 16. Juni hatte Fischer noch einen Artikel auf dem Portal mupinfo.de verfasst. Die Seite ist auf den stellvertretenden NPD-Landesvorsitzenden David Petereit registriert.

"Im Nachhinein sieht das doof aus", sagte Fischer. "Aber es war ein schleichender Prozess: Ich habe mich ja nicht an einem Tag hingestellt und gesagt: Jungs, ich trete aus der Partei aus, ab jetzt seht ihr mich nicht mehr." In Zukunft wolle er nicht mehr für die Seite schreiben.

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