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Unbemannte Flugobjekte mit hochtechnisierten Kameras : Drohnen zum Nutzen der Wissenschaft

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Sie können großflächig Agrarlandschaften vermessen, Menschenmengen ausspähen oder als Militär-Drohnen genutzt werden. Die Einsatzmöglichkeiten von unbemannten Flugobjekten sind das Thema einer Fachtagung in Rostock.

svz.de von
erstellt am 05.Sep.2013 | 12:28 Uhr

Rostock | Die Einsatzmöglichkeiten von mit Hightech-Kameras ausgestatteten unbemannten Flugobjekten sind das zentrale Thema einer Fachtagung, die am ges trigen Mittwoch in Rostock begann. Die teils futuristisch anmutenden Modelle können großflächig Agrarlandschaften oder Steilküsten vermessen, sagte Ralf Bill, Professor für Geodäsie und Geoinformatik an der Universität Rostock.

Die Technik der UAV (Unmanned Aerial Vehicles - Unbemannte Luftfahrzeuge) - könne natürlich genauso gut auch zum Ausspähen der Nachbarn, zur Beobachtung großer Menschenmengen oder für militärische Zwecke als Drohne angewandt werden. Für die Tagung spiele das aber keine Rolle.

Die Flugkörper haben einen Meter Durchmesser und sind bestückt mit vier bis acht Rotoren, die wiederum jeweils einen Durchmesser von 20 Zentimetern aufweisen. "Die Drohnen wiegen mit Kameras weniger als fünf Kilo und sind sehr flexibel steuerbar", sagte Bill. Die UAV seien in einer Höhe von 30 bis 50 Metern ein Bindeglied zwischen den Möglichkeiten der Geodäsie auf dem Boden mit herkömmlichen Geräten und denen per Flugzeug oder Satellit. "Die UAV-Auflösung liegt derzeit bei einer Pixelgröße von ein bis zwei Zentimetern, vom Flugzeug aus sind mit einer guten Kamera 20 bis 40 Zentimeter möglich, der beste Satellit liegt bei 60 Zentimetern", sagte Bill.

Das Problem der unbemannten Luftfahrzeuge sei aber ihr nach wie vor noch relativ geringer Wirkungsbereich. "Wir dürfen nur in Sichtweite bis maximal 300 Meter fliegen."

Auch Archäologen könnten inzwischen von der Technologie profitieren, sagte der Wissenschaftler. So könne ein Flugobjekt in regelmäßigen Zeitabständen über eine Grabungsstätte fliegen und dabei die Fortschritte der Grabung oder auch die Liegeplätze der Fundstücke genauestens dokumentieren.
Zwar stünde die baugleiche Technik auch für die Überwachung von Menschenmengen bereit, wegen "Restrisiken" bei der Sicherheit werde sie dennoch nicht eingesetzt, sagte Bill.

Die UAV könnten aber bei der Suche nach vermissten Personen genutzt werden, wenn sie zusätzlich mit Wärmebildkameras ausgerüstet seien. Auch die effiziente Aufnahme von Unfällen sei möglich.

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