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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 03:03 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern : Drohnen im Steigflug

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Unbemannte Fluggeräte auch in MV immer beliebter / Experten und Naturschützer warnen vor Gefahren

svz.de von
erstellt am 22.Dez.2015 | 19:30 Uhr

Drohnen werden auch in Mecklenburg-Vorpommern immer beliebter – vor allem für Fotos und Videos aus bislang ungewöhnlichen Perspektiven. 228 Allgemein- und Einzelgenehmigungen erteilte das Schweriner Verkehrsministerium nach eigenen Angaben in den ersten drei Quartalen dieses Jahres. Das sind fast doppelt so viele Genehmigungen wie im Vorjahr.

Doch damit sind längst nicht alle unbemannten kleinen Flugkörper im Land erfasst. „Eine Genehmigung für eine Drohne ist nur notwendig, wenn das Gerät gewerblich genutzt wird oder schwerer als fünf Kilogramm ist oder von einem Benzinmotor angetrieben wird“, erklärte der Sprecher des Verkehrsministeriums, Steffen Wehner.

Verboten ist zudem aus Sicherheitsgründen, die Mini-Flieger über Menschenansammlungen und in der Nähe von Flughäfen starten zu lassen. Auch dürfen die Geräte nicht höher als 100 Meter und außerhalb der Sichtweite fliegen.

Wer dagegen verstößt, muss mit empfindlichen Geldstrafen bis zu 50  000 Euro rechnen. So verhängte das Verkehrsministerium im vergangenen Jahr gegen einen Fotografen ein Bußgeld von 1500 Euro. Er hatte im August beim Hafenfest in Ueckermünde eine Drohne ohne Anmeldung gewerblich genutzt, Luftbilder aufgenommen und verkauft.

Im laufenden Jahr wurden fünf Bußgeldverfahren eingeleitet. Davon führte eines zu einer Strafe, zwei wurden eingestellt und zwei sind noch nicht beendet, teilte das Ministerium mit.

Experten befürchten durch die Ausbreitung der Drohnen eine Gefährdung der Sicherheit und eine Schädigung von Umwelt und Natur. So schlugen im Sommer dieses Jahres Vogelschützer Alarm, weil in der Nähe von Bad Doberan brütende Störche durch einen Multicopter von ihrem Nest verjagt wurden. Außerdem warnte der ADAC, seine Hubschrauber-Piloten der Luftrettung würden eine wachsende Bedrohung durch unkontrolliert herumschwirrende Hobby-Drohnen befürchten. Unfälle habe es aber bisher noch nicht gegeben.

Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) unterstützt die Pläne des Bundesverkehrsministeriums, die Drohnen-Flüge einzuschränken. „Gerade private Nutzer, deren Zahl stetig wächst, lösen immer wieder wegen ihrer fehlenden Kenntnisse Konflikte im Rahmen der Luftfahrtsicherheit aus“, sagte der Minister gegenüber unserer Redaktion. Neben den gewerblichen Nutzern von Drohnen müssten dringend auch private qualifiziert werden. Entsprechende Prüfungen oder Genehmigungen würden aber für die Behörden einen enormen zusätzlichen Arbeitsaufwand schaffen. „Vor diesem Hintergrund erwarte ich vom Bund handhabbare Vorschläge, um effizient als Behörde und mit vertretbarem Aufwand für die Nutzer, Drohnen im nichtgewerblichen Bereich einsetzen zu können“, so der Minister.


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