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Cannabis-Plantage : Drogenhändler muss hinter Gitter

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Angeblich wollte der Angeklagte mit den Einnahmen aus seiner Cannabis-Plantage eine Weltreise finanzieren. Doch das nun verhängte Urteil schränkt die Reisetätigkeit des 48-Jährigen bis auf weiteres erheblich ein.

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2017 | 11:31 Uhr

Das Schweriner Landgericht hat einen Drogenhändler aus Bobitz (Nordwestmecklenburg) zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt. Der 48-jährige Mann hatte gestanden, in einer Hundezwingeranlage auf seinem Grundstück eine Cannabis-Plantage betrieben zu haben. Neben der illegalen Pflanzung hatte die Polizei bei der Hausdurchsuchung im Februar noch hochbrisanten Sprengstoff und mehrere Waffen entdeckt. Mit der am Mittwoch verhängten Freiheitsstrafe blieb das Gericht knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die fünf Jahre Haft verlangt hatte. Der Verteidiger hatte eine mildere Strafe beantragt.

Der Mann war wegen ähnlicher Delikte bereits 2014 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Wegen der Vorstrafen falle das aktuelle Urteil „nicht undrastisch“ aus, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Begründung. „Er hat nichts gelernt. Es hat ihn nicht geschert. Er hat genauso weitergemacht wie zuvor“, stellte der Richter fest. Zusätzlich zur Haftstrafe ordnete das Gericht den Einzug des Grundstücks zugunsten des Landes an, weil es wiederholt für Straftaten genutzt worden sei. Außerdem bekommt der Verurteilte 12 120 Euro beschlagnahmtes Bargeld nicht zurück, da es offenbar aus illegalen Drogenverkäufen stamme, hieß es zur Begründung. Der Verteidiger kündigte bereits Revision gegen das Urteil an.

Nach einer anonymen Anzeige hatte die Polizei Anfang dieses Jahres das Grundstück des 48-Jährigen kontrolliert. Dabei fanden die Ermittler rund 270 Cannabis-Pflanzen und 2,25 Kilogramm abgepacktes Marihuana. 500 Gramm der Droge hatte der gelernte Elektriker nach eigenen Angaben bereits verkauft. Das Gericht ging jedoch davon aus, dass er bereits größere Mengen vertrieben und damit auch höhere Einnahmen erzielt hatte, bevor er verhaftet wurde.

Die Ermittler fanden zudem mehr als 100 Kilogramm Chemikalien, mit denen Sprengstoff hergestellt werden kann, und diverse Feuerwerkskörper. In einem Gefrierschrank wurden den Angaben zufolge etwa 70 Gramm hochexplosives Hexaminperoxid sichergestellt. Die Substanz hätte bei unvorsichtigem Umgang das Haus in die Luft fliegen lassen können, hieß es.

Der Verurteilte, den der Vorsitzende Richter als „Eigenbrötler“ bezeichnete, hatte in der Verhandlung angegeben, im vergangenen Jahr eine Sinnkrise durchlebt zu haben, aus der er mit Hilfe einer Weltreise wieder herauskommen wollte. Mit einigen wenigen Cannabis-Ernten habe er dafür Geld verdienen wollen. Seine Hunde-, Bienen- und Entenzucht habe dafür nicht ausgereicht.

Den sichergestellten Sprengstoff habe er für die Herstellung von Feuerwerkskörpern nutzen wollen, die er auf einem Acker hinter seinem Haus abfeuerte. Fünf Waffen, die er teilweise erst wieder „scharf“ gemacht hatte, brauchte er angeblich, um Ratten und Füchse von seinem Geflügel fernzuhalten.

 

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