Drogba lässt Hoeneß Lebenstraum zerplatzen

Matchwinner Didier Drogba mit dem Pokal der Königsklasse. Foto: dapd
Matchwinner Didier Drogba mit dem Pokal der Königsklasse. Foto: dapd

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20. Mai 2012, 07:30 Uhr

München | Als Torschütze Didier Drogba um 23.26 Uhr auch noch den entscheidenden Elfmeter zu Chelseas erstem Champions-League-Titel verwandelt hatte, war der Lebenstraum von Uli Hoeneß zerplatzt. Seine Mannschaft, sein Stadion - aber nicht sein Pokal.

Zum zweiten Mal binnen drei Spielzeiten - 2010 unterlag man Inter mit 0:2 - hatten die Bayern im Endspiel das Nachsehen. Hoeneß fand deutliche Worte für den "Albtraum" (Nerlinger), den er auf der Tribüne seines zweiten Wohnzimmers hatte erleben müssen. "Ich habe auf dem Platz ein paar Dinge gesehen, die mir nicht gefallen haben. Es gibt natürlich gewisse Probleme, wenn man drei Titel verspielt", sagte er in der Stunde der Niederlage.

Keinen "Wadenbeißer" vom Schlage Jeremies gesehen

Ungewohnt direkt kritisierte der Bayern-Macher die Mannschaft nach drei "vergebenen Matchbällen" für ihre Mentalität. "Ich habe keinen Jens Jeremies gesehen, der schon beim Einlaufen dem Gegner in die Waden gebissen hat", sagte Hoeneß in Gedenken an den nach wie vor letzten internationalen Titel 2001.

Das späte Führungstor durch Thomas Müller (83.), Robbens verschossener Elfmeter in der Verlängerung und ein zwischenzeitlicher Puffer von 3:1 im Shoot out: Wie der haushoch überlegene Rekordmeister das Spiel noch aus der Hand geben konnte, konnte sich in der lauen Münchner Sommernacht auch Stunden nach Abpfiff niemand erklären. Der Autokorso war bereits organisiert, die Siegesfeier auf dem Rathausbalkon geplant - die Münchner Innenstadt aber war am Sonntag wie ausgestorben.

Statt des historischen Sieges bleibt eine Saison ohne Titel. "Auf Dauer habe ich keine Lust auf Platz zwei. Das ist kein Zustand, den ich akzeptiere", sagte Hoeneß. Eine Chance, wie sie am Samstagabend gegen das Abwehrbollwerk aus London da war, werden die Bayern wohl nicht mehr bekommen. 35:9 Torschüsse, 20:1 Ecken.

"Und dann schaffen wir es nicht - das ist unglaublich", schimpfte Hoeneß. Auch Kapitän Philipp Lahm - auf und neben dem Platz der beste Bayern-Spieler - sagte deutlich: "Wenn man so überlegen ist wie wir heute im Finale, dann muss man auch gewinnen."

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