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Mecklenburg-Vorpommern

18. Dezember 2017 | 14:02 Uhr

DRK ausgebremst: „Fuß-Bus" passé

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jan.2012 | 07:34 Uhr

Wittenberge | Mit seinem "Fuß-Bus" wollte das DRK im vergangenen Dezember ein Zusatzangebot für seine Bewohner schaffen. Er sollte Kunden, die nicht mehr gut zu Fuß sind, auf Wunsch zum Arzt bringen oder in den nächsten Supermarkt (wir berichteten). Nun kam das Aus. Die kreisliche Ordnungsbehörde hat das Angebot des DRK gestoppt, weil es nicht die Regelungen im Personenbeförderungsgesetz einhielt. Das DRK will das Angebot aufrecht erhalten, es aber modifizieren.

Keinen Monat fuhr das großflächig gestaltete Fahrzeug durch Wittenberge und beförderte vorrangig Bewohner des Hornings 60 und anderer DRK-Einrichtungen. Ende Dezember kontrollierte das kreisliche Ordnungsamt - aufmerksam geworden durch einen Artikel im "Prignitzer" und erboster Taxiunternehmer.

Laut Norbert Kreutz, Sachgebietsleiter für Allgemeine Sicherheit und Ordnung im Landkreis, sei das Angebot in seiner bisherigen Form aus mehreren Gründen nicht zulässig, unter anderem weil das Fahrzeug als Mietwagen angemeldet war, sagt er. Aber vieles deutete darauf hin, dass es teilweise wie ein Taxi eingesetzt worden sei. Das ist aber laut Kreutz rechtswidrig. Dem Gesetz nach seien besonders drei Kriterien entscheidend, die einen Mietwagen grundlegend von einem Taxi unterscheiden: Punkt 1 die Außenwerbung. Sie darf nicht so angebracht werden, dass es zu Verwechslungen mit einem Taxi kommen kann. Beim Fuß-Bus wäre das aus kreislicher Sicht der Fall gewesen. Punkt 2: "Mietwagen dürfen nicht auf offener Straße angehalten werden, sondern haben einen festen Startpunkt und ein Ziel. Danach muss der Fahrer zum Betriebsstandort zurückkehren", erklärt Kreutz. Das dritte Kriterium besagt, dass Kunden das komplette Fahrzeug mieten und nicht einen Sitzplatz. "Auf diese Punkte haben wir das DRK aufmerksam gemacht. Es hat daraufhin den ,Fuß-Bus’ eingestellt", erklärte Kreutz. Ahndungen habe es nicht gegeben, da das DRK reagiert habe. So sei beispielsweise die auffällige Werbung mit der Telefonnummer zügig entfernt worden.

Das DRK zeigt sich zwar einsichtig, will das Angebot aber nicht gänzlich einstellen: "Wir konnten die Beschriftung nicht anbringen, wie wir wollten", nennt Geschäftsführer Dietrich Döhring als Grund, weshalb der "Fuß-Bus" aus dem Straßenverkehr verschwand. Derzeit sei man in der Ideenfindung mit einer Werbeagentur, wie das Fahrzeug dennoch kundenwirksam gestaltet werden kann.

Anschließend soll der Landkreis das Ergebnis prüfen und sein OK geben. "Das Angebot halten wir für unsere Bewohner selbstverständlich aufrecht", betonte Dietrich Döhring. Nur die Bezeichnung falle weg. "Wir haben dazu gelernt. Aber wir haben auch nicht mit dem massiven Widerstand gerechnet", sagt der DRK-Chef.

Gegenwind kam besonders von den ortsansässigen Taxibetreibern. Sie äußerten massive Kritik an den Geschäftsgebaren des DRK und bezeichneten es als unlauteren Wettbewerb. Sie sahen in dem "Fuß-Bus" die Gefahr", dass besonders ältere Kunden den Taxifahrern fern bleiben würden und wandten sich an den Landkreis. Gegen die Kritik wehrte sich das Unternehmen.


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