Dringend gesucht: Azubis

Beliebt: Ausbildung zum Mechatroniker
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Arbeitgeber haben Probleme, Stellen zu besetzen / Wo sind die Chancen für Lehrlinge am besten?

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31. August 2015, 06:30 Uhr

Heute beginnt das neue Ausbildungsjahr offiziell: Die Wirtschaft beklagt, dass erneut Zehntausende Lehrstellen erst einmal unbesetzt bleiben. „In den letzten 20 Jahren war es für Unternehmen noch nie so schwer, ihre offenen Ausbildungsplätze zu besetzen“, so Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Die Bundesregierung setzt derweil auch auf Flüchtlingskinder in der dualen Ausbildung. Dringend Azubis gesucht? Hintergründe von Rasmus Buchsteiner.

Wie ist die Lage

im Moment?
Ende Juli gab es 508  584 Lehrstellenbewerber – knapp zwei Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren Ende Juli 484 568 Lehrstellen registriert. 155  032 Jugendliche, die mit einer betrieblichen Ausbildung beginnen wollten, waren noch unversorgt. 163  276 Azubi-Stellen waren noch unbesetzt. Der DIHK rechnet damit, dass am Ende bis zu 40 000 Lehrstellen in Industrie und Handel frei bleiben könnten.

Gibt es regionale

Unterschiede?
In einigen Regionen – etwa in Bayern – suchen die Betriebe händeringend nach Lehrlingen. Auch in Ostdeutschland und hier insbesondere in der Gastronomie gibt es deutlich mehr Lehrstellen als Bewerber. Anderswo – etwa im Ruhrgebiet – gibt es unverändert einen Mangel an Plätzen.

Welche Rechte haben

Lehrlinge, die keine

Lehrstelle bekommen?
Politiker, Gewerkschaften und Arbeitgeber haben 2014 in der „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ vereinbart, dass Jugendliche, die mit Ende des Monats September keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, drei Angebote der Bundesagentur für Arbeit für eine betriebliche Ausbildung erhalten. DGB-Vize Elke Hannack sagte gestern: „Wir appellieren deshalb an die Jugendlichen, bei der BA anzuzeigen, dass sie noch einen Ausbildungsplatz suchen, auch wenn sie bisher zum Beispiel in Praktika stecken. Wir gehen auch davon aus, dass im September noch neue Ausbildungsplätze angeboten werden.“

In welchen Branchen

können Bewerber noch

zum Zuge kommen?
„Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist für die Jugendlichen sehr gut“, erklärte DIHK-Präsident Schweitzer gestern . Allein in der Lehrstellenbörse der IHKs seien noch tausende Ausbildungsplätze offen: „Gesucht werden Auszubildende besonders häufig im Einzelhandel, im Bereich von Hotel und Gastronomie, aber auch als Fachinformatiker oder in der Versicherungswirtschaft.“ Wer einen speziellen Beruf erlernen wolle, müsse jedoch mobil sein.

Was ist mit Bewerbern, die schon länger

erfolglos suchen?
„Es ist nicht akzeptabel, dass junge Menschen in Warteschleifen feststecken und ihnen der Sprung in duale Ausbildung nicht gelingt“, erklärte Hannack. „In solchen Maßnahmen waren allein 2014 über 256  000 ausbildungsinteressierte Jugendliche.“ Die Arbeitgeber müssten endlich weg von ihrer Bestenauslese.

Welche Lehrberufe

sind die beliebtesten?
Ganz hoch im Kurs stehen bei Schulabgängern die kaufmännischen Berufe. Laut BA ist Kaufmann/-frau für Büromanagement der beliebteste Ausbildungsberuf. Auf Platz zwei: Einzelhandelkaufmann/-kauffrau, gefolgt von Verkäufer/Verkäuferin, Industriekaufmann/-kauffrau sowie Medizinische Fachangestellte, Kfz-Mechatroniker, Industriemechaniker und Tischler.

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