Schwerin : Drese für „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“

Hannahs selbstgebastelte Hülle überdeckt den Aufdruck „Schwerbehindertenausweis.“
Hannahs selbstgebastelte Hülle überdeckt den Aufdruck „Schwerbehindertenausweis.“

Sozialministerium prüft Einführung von Hüllen für Schwerbehindertenausweis

svz.de von
04. März 2018, 05:00 Uhr

Schwer in Ordnung statt schwerbehindert: Mit einer Ausweishülle können Vorurteile und Stigmatisierungen minimiert werden. Nachdem die Versorgungsämter in Niedersachsen, Hamburg, Rheinland-Pfalz und seit gestern auch Brandenburg die Hülle auf Antrag ausgeben, prüft nun auf Anregung von Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) auch Mecklenburg-Vorpommern die Einführung.

„Die Ministerin findet die Idee super und möchte das unbedingt“, sagt Ministeriumspressesprecher Alexander Kujat. Es gebe einen internen Prüfauftrag, mit dem Kosten und Umsetzbarkeit eruiert werden. „An den Kosten wird es aber nicht scheitern und die Prüfung wird nicht allzu lange dauern“, blickt Kujat voraus. Ins Rollen gebracht hatte die 14-jährige Hannah aus Pinneberg die Sache. Das Mädchen mit Down-Syndrom hatte sich im vergangenen Jahr kurzerhand eine Hülle gebastelt, weil sie sich durch den Schriftzug diskriminiert fühlte.

Besonders in den sozialen Netzwerken erhielt das Mädchen sehr viel Zuspruch für ihre kreative Aktion. Ungefähr 180 000 Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern sind Inhaber eines Schwerbehinderten-ausweises. Damit liegt der Anteil an der Gesamtbevölkerung mit 13 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt, der etwa zehn Prozent beträgt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen