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Rostocker Brummi-Fahrer in Angst : Dreister Diebstahl von zwei Lastern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sattelschlepper mit Tierfutter und Gasflaschen in Rostock verschwunden. 35 Attacken auf Fahrzeuge landesweit im vergangenen Jahr

von
erstellt am 09.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Mal schneiden sie die Plane auf und stehlen wertvolle Ladung. Ein anderes Mal nehmen sie gleich den ganzen Laster mit. Truckerbanden treiben ihr Unwesen. Einer der spektakulärsten Beutezüge in Mecklenburg-Vorpommern ereignete sich am vergangen Wochenende in der Goorstorfer Straße in Rostock, am Parkplatz des ehemaligen Real-Marktes, als zwei abgestellte Sattelzugmaschinen mit Auflieger trotz Sicherung gestohlen wurden. „Der entstandene Gesamtschaden beläuft sich nach ersten Erkenntnissen auf etwa 250    000 Euro“ sagte gestern ein Polizeisprecher.

Beide Brummis waren am Vatertag auf dem Parkplatz abgestellt worden. Drei Tage später, am Sonntag, wurde der dreiste Diebstahl bemerkt. Die Maschinen samt Ladung waren weg. Bislang gibt es noch keine Spur von den Tätern.

Der eine Laster hatte 25 Tonnen Tierfutter geladen, der andere Gasflaschen. „Ob die Täter es auf die Ladung oder aber auf die Fahrzeuge abgesehen haben, können wir noch nicht mit Sicherheit sagen“, so ein Polizeisprecher. Die Kriminalpolizei-Inspektion Rostock ermittelt.

Beim Landesverband des Verkehrsgewerbes Mecklenburg-Vorpommern geht man von organisierten Täterbanden aus. „Bei beiden Fahrzeugen wurden laut Polizei Navigationsgeräte, GPS-Sender sowie Dash-Cams ausgebaut und am Tatort zurück gelassen“, sagte Verbandspräsident Rolf Kröger gegenüber unserer Redaktion. Dies spreche für ein professionelles Vorgehen. Die Täter würden wissen, wie man verhindert, dass die Laster schnell geortet werden können.

250 Unternehmen mit mehr als 2500 Beschäftigten sind im Landesverband vereinigt. Immer häufiger würden Brummi-Fahrer dort über nächtliche Attacken gegen Fahrzeuge berichten. Kröger: „Die Angst hat zugenommen.“ Denn die Täter schrecken selbst dann nicht zurück, wenn Fahrer vorn in der Kabine schlafen. Parkplätze auf Autobahn-Raststätten würden deshalb für die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten nur ungern angesteuert. Ein umzäunter Autohof mit Streifendienst sei dagegen sicherer, die Gebühr aber auch höher.

Angriffe auf LKW sind keine Seltenheit, meint man auch im Landeskriminalamt (LKA). „34 Fälle wurden 2015 in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet“, sagte LKA-Sprecherin Synke Kern.

Allein im Juni vergangenen Jahres hatten Banden innerhalb von nur zwei Wochen fünf Sattelauflieger – zum Teil samt Zugmaschine und Ladung – gestohlen. So war in Upahl in Nordwestmecklenburg ein Auflieger verschwunden – voll beladen mit sieben Tonnen Kaffee und 7,5 Tonnen Mülltüten für den Hausgebrauch. In Stavenhagen verließen die Diebe einen Hof mit einem Sattelzug voll beladen mit Kaffee-Pads. Ein in Teterow gestohlener Lastzug mit Kabeltrommeln war über die Autobahn in Richtung Osteuropa abtransportiert worden. Die Zugmaschine wurde später in Polen sichergestellt.

In diesem Jahr sind bereits fünf Diebstähle von und aus Lastzügen von der Polizei registriert worden, teilte das Landeskriminalamt mit.

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