Falsche Nummer : Dreister Betrug per Telefon

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Kripo Hagenow warnt vor neuer Masche Krimineller

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05. Juli 2014, 07:49 Uhr

Die Telefonnummer der Anwaltskanzei auf dem Display ist richtig, der Anrufer aber alles andere als ein Jurist. Betrüger versuchen über einen neuen technischen Trick an das Geld der Leute zu gelangen. So auch in der Region um Hagenow und Boizenburg.

Durch einen elektronischen Trick erscheint in diesen Fällen auf dem Telefon des Opfers die korrekte Nummer beispielsweise einer vetrauten Kanzlei oder einer Behörde. Hinter den Anrufern, die sich dann als Rechts- oder Staatsanwalt ausgeben, stecken aber Schwindler, die mit dubiosen Gewinnversprechen oder fragwürdigen Mahnforderungen Kasse machen wollen, wie Kriminalhauptmeister Andreas Baars vom Hagenower Polizeirevier berichtet.

Die richtige Telefonnummer soll die Seriösität des Anrufs belegen. Adressen und Telefonkontakte von den real existierenden Anwälten und Behörden waren den Betrügern oft unbewusst von den späteren Opfern in einem Telefonat unmittelbar zuvor preisgegeben worden.

Die Masche der Trickbetrüger ist immer schwieriger zu durchschauen, räumt auch Baars ein, der spezieller Ermittler für derartige Straftaten ist. Beliebte Opfer sind vor allem ältere Menschen, die immer wieder um zum Teil hohe Bargeldbeträge geprellt werden. Erst kürzlich ließ sich in der Region eine Seniorin auf die Zahlung von insgesamt 17000 Euro in Raten auf ein Konto im Ausland ein, wo die Drahtzieher der Betrügereien zumeist sitzen.

Die Polizei warnt eindringlich vor dieser raffinierten Betrugsmasche, mit der die Täter vermutlich weiterhin ahnungslose Menschen am Telefon bedrängen könnten. Baars weist darauf hin, dass in Deutschland beispielsweise Gewinne mit keinerlei Kosten für den Gewinner verbunden sind. Telefonische Zahlungsaufforderungen für angebliche Vorsteuern oder Verwaltungsgebühren seien daher nicht rechtens. Zudem würden Ermittlungsbehörden nie am Telefon zu Zahlungen auffordern.

Der Ermittlungsexperte rät im Zweifelsfall dazu, dass Telefonat zu beenden, und bei der richtigen Behörde oder beim Anwalt zurückzurufen, um den Vorfall lückenlos zu klären.

Verstärkt im Umlauf sind Baars zufolge auch Mahnbescheide, mit denen die Angeschriebenen zur Geldzahlung wegen angeblicher Außenstände auf ein bulgarisches Konto bewegt werden sollen. Allein in dieser Woche gingen zwei Anzeigen wegen derartiger Post bei Baars’ Dienststelle in Hagenow ein.

Die Kriminal-Polizei empfiehlt, bekannte Betrugsmaschen innerhalb der Familien und der Verwandtschaft zu thematisieren. Auf diese Weise könnten insbesondere Senioren aufgeklärt und vor Betrugsdelikten geschützt werden. Ein guter Ratgeber ist Baars zufolge auf die Internetseite www.pfiffige -senioren.de

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