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Nordwestmecklenburg : Dreiste Täter brechen bei Trauernden ein

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Während der Beerdigung Geld aus Kondolenzbriefen und Eheringe gestohlen

von
erstellt am 15.Apr.2014 | 21:15 Uhr

Eine besonders makabere Masche haben sich Einbrecher einfallen lassen, die derzeit in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs sind. Während Angehörige in Lüdersdorf (Nordwestmecklenburg) am Montag bei einer Trauerfeier waren, nutzte ein bislang unbekannter Täter die Abwesenheit zu einem Einbruchdiebstahl. „Er hebelte ein Fenster auf und verschaffte sich so Zutritt zum Haus“, teilte gestern André Falke von der Polizeiinspektion Wismar mit.

Während sich die Familie auf dem Friedhof vom Verstorbenen verabschiedete, durchsuchte der Einbrecher das Trauerhaus nach Wertgegenständen und Bargeld. „Sogar vor Kondolenzbriefen machte der Täter nicht halt und entwendete das darin befindliche Geld“, so Polizeisprecher Falke. Als die Trauernden nach Hause kamen, mussten sie einen Gesamtschaden von 1000 Euro feststellen.

Kein Einzelfall. Erst in der vergangenen Woche war ein trauernder Witwer in Marlow (Landkreis Vorpommern-Rügen) Opfer eines gemeinen Einbruchs geworden. Während er am Montag bei der Beerdigung seiner Ehefrau auf dem Friedhof war, drangen unbekannte Täter in sein Haus ein. Besonders mies: Sie stahlen die Eheringe und ebenfalls das in den Trauerkarten befindliche Bargeld. Den Schaden bezifferte die Polizei auf 500 Euro. Ob es einen Zusammenhang zu der Tat in Lüdersdorf gibt, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Bereits im September vergangenen Jahres war in ein Trauerhaus in einer Randgemeinde von Wismar während der Beerdigung eingebrochen worden. Das Opfer war ein 74-jähriger Rentner, dem unter anderem eine Geldbörse mit Ausweispapieren und Bargeld gestohlen wurden.

Die Polizei geht davon aus, dass die Einbrecher öffentliche Quellen nutzen und danach ihre Taten planen. Die Kriminalpolizei weist darauf hin, dass sich Hinterbliebene vor derartigen Fällen schützen können, indem bei der Veröffentlichung von wichtigen Traueranzeigen auf die Nennung der konkreten Traueranschrift der Betroffenen verzichtet wird. Alternativ sollte man sich auf die Anschrift des Beerdigungsinstitutes beschränken.

Neu ist die Masche allerdings nicht. 2007 brachen zwei Ganoven in Westmecklenburg innerhalb eines halben Jahres in 13 Fällen in Trauerhäuser ein, während die Bewohner auf Beerdigungen waren.

 

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