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Mecklenburg-Vorpommern

16. Dezember 2017 | 00:47 Uhr

Bützow : Drei Schläge für neues Hafthaus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neubau in JVA Bützow ist in einem Jahr bezugsfertig.

svz.de von
erstellt am 12.Sep.2014 | 20:45 Uhr

Mit drei kräftigen Hammerschlägen hat Justizministerin Uta-Maria Kuder gestern den symbolischen letzten Nagel in den Dachstuhl des neuen Hauses auf dem JVA Gelände in Bützow geschlagen. Mit dem Richtfest für das neue Hafthaus H rückt nicht nur für den Bauherrn das ersehnte Ziel ein Stück näher. Auch die Bediensteten und Inhaftierten können sich auf ein greifbares Ende der Containerzeit freuen. Denn schon im kommenden Jahr möchte die Justizministerin die Einweihung feiern. „Wir liegen derzeit gut im Plan und alles ist bislang reibungslos verlaufen. Selbst in der schlechten Jahreszeit konnten wir bauen“, erklärte Eckhard Hintz vom Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL) und betonte, dass man auch finanzielle im geplanten Rahmen geblieben sei.

Am 30. September 2015 soll das neue Haus bezugsfertig sein, erklärte die Justizministerin und kann ihre Erleichterung nicht verbergen. „Ich kann mich noch gut an den ersten Termin in Bützow erinnern. Es war einfach furchtbar. Diese dunklen und auch schlecht belüfteten Räume. Das sind weder Arbeitsbedingungen für meine Mitarbeiter noch vernünftige Haftbedingungen für die Insassen. Es ist gut, dass das bald vorbei ist“, erklärte Uta-Maria Kuder.

Allein 13 Millionen Euro fließen in diesen Neubau, der sich trotz moderner Technik und besseren Haftbedingungen wie beispielsweise einem integrierten Sanitärbereich mit Dusche auf der Zelle, auch in das historische Gesamtbild der Anlage einpasst. Rotsteinfassaden, Satteldächer und Dachüberstände passen zum denkmalgeschützten Altbau. Die Nutzfläche des Neubaus beträgt rund 3400 Quadratmeter auf insgesamt drei Etagen.

„Das ist zwar nicht ganz so wie ein privater Neubau, doch es steckt auch in diesem Hafthaus Herzblut“, betonte die Justizministerin. Sie sei immer wieder gespannt, wie weit der Bau vorangeschritten ist und versprach, die Maßnahme auch weiterhin genau im Auge zu behalten – es sei sicher nicht der letzte Besuch vor der Fertigstellung, ergänzte sie.

In dem Neubau des Hafthauses H werden dann ab September kommenden Jahres 142 Haftplätze zur Verfügung stehen, darunter ‎134 Einzelhafträume sowie drei Hafträume für eine Doppelbelegung. Es wird zudem zwei Arresträume sowie einen besonders gesicherten Haftraum geben.

In dem neuen Hafthaus gibt es auch zwei behindertengerechte Einzelhafträume im Untergeschoss. „An uns geht der demografische Wandel ebenfalls nicht vorbei. Derzeit haben wir einen Häftling im Rollstuhl und noch sind die Fälle sehr selten, aber wir müssen uns langfristig auch darauf einstellen“, erklärte Dr. Jörg-Uwe Schäfer. Der Bützower Anstaltsleiter verwies beim gestrigen Richtfest zwar lediglich auf seine Rolle als „Eventmanager“, die er und mit drei Kollegen auch musikalisch zum Ausdruck brachte. „Aber ohne die gute Zusammenarbeit mit allen Mitarbeitern der JVA Bützow und den Baufirmen, wäre das alles gar nicht so schnell möglich gewesen“, lobte Kuder das Engagement jedes einzelnen.

Nicht zu vergessen sind dabei die anderen Baustellen auf dem Areal: Neben diesem Neubau und den Sanierungen des Hafthaus A samt Sterngebäude wurde die Anstaltsmauer erneuert sowie die Sicherungsverwahrung errichtet. „Es sind knapp 40 Millionen die auf dem Gelände der JVA Bützow verbaut wurden und werden und das ist noch lange nicht das Ende. Es gibt Pläne, diesen Standort weiter zu modernisieren und auszubauen“, sagte Uta-Maria Kuder.

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