Drei auf einen Streich

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Sie heißen Jamie-Lee, Jolina und Neele Martins. Die Drillinge wurden am 2. Dezember innerhalb von drei Minuten in der Johanniter Frauen- und Kinderklinik Stendal geboren. Zu Hause sind sie in der Prignitz, und zwar in Breese.

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11. Dezember 2008, 07:30 Uhr

Stendal/Breese | "Hören Sie bloß auf zu zählen!", forderte Daniela Martins ihren Frauenarzt auf, als dieser addierte, was da in ihrem Leib heranwächst. Das war in ihrer siebenten Schwangerschaftswoche im Mai dieses Jahres. "Zuerst war es ein Schock", gesteht die Breeserin freimütig ein. "Aber ein kurzer." Ihren Ehemann Ronny rief sie gleich auf der Arbeit an.

"Der musste erst mal seinen Radlader ausmachen, als er hörte: Wir bekommen nicht ein Baby, nicht zwei, sondern gleich drei." Das mit dem Schock, sagt der 29-Jährige, habe sich bei ihm ähnlich entwickelt wie bei seiner 38-jährigen Frau. Bald überwog die große Freude.

Dabei wollten die beiden, die in Breese leben, einfach ein gemeinsames Kind. Aus vorangegangenen Beziehungen hat Daniela eine zwölfjährige Tochter und einen 18-jährigen Sohn, Ronny eine vierjährige Tochter. Ihr Kinderwunsch wurde ihnen nun dreifach erfüllt.

Am 2. Dezember, in ihrer 35. Schwangerschaftswoche, schenkte die zierliche Frau den Töchtern Jamie-Lee, Jolina und Neele das Leben. "Länger sollte man bei Drillingen nicht warten", sagt Dr. Stephan Henschen, Chefarzt der Johanniter-Frauenklinik Stendal, der die drei Mädchen per Kaiserschnitt innerhalb von drei Minuten auf die Welt holte, jedes aus seiner eigenen Fruchtblase. "Eine für alle Beteiligten sehr schonende Geburt", blickt er zurück. "Auch die werdende Mutter war völlig entspannt."

Für die neonatologische Betreuung der Frühchen ist die Johanniter Frauen- und Kinderklinik personell, aber auch technisch bestens aufgestellt. "Deshalb", sagt Henschen, "bat uns der Chefarzt der Klinik in Salzwedel, wo Frau Martins eigentlich entbinden sollte, sie in Stendal aufzunehmen."

Jetzt, zehn Tage nach der Geburt, trinken Jamie-Lee und Jolina schon selbst. Nur Neele, die kleinste und zarteste des Trios, bekommt ihre Muttermilch noch per Sonde verabreicht. Wenn die stabile Entwicklung so weitergeht, können die drei möglicherweise im Januar die Klinik verlassen, schätzt das Ärzteteam ein.

Für die Eltern - Daniela ist als Malerin bei der Bahn beschäftigt und gestaltet das Innere von Reisezügen aus, Ronny arbeitet als Maurer - beginnt dann ein völlig anderes Leben mit auch völlig neuen finanziellen Herausforderungen.

Die Stendaler Klinik, in der zuletzt vor vier Jahren Drillinge geboren wurden, will Hilfe vermitteln. "Sie haben für mindestens einige Monate Anspruch auf Familienpflege, also Haushaltshilfe", rät Kinderklinik-Chefarzt Dr. Hans-Peter Sperling dem Elternpaar. Außerdem habe die Klinik bereits Kontakt zu einer Firma, die Säuglingsnahrung produziert, aufgenommen, von dort sei ebenfalls Unterstützung zu erwarten.

Wer der Drillingsfamilie helfen will - noch fehlt es beispielsweise an einem Dreierkinderwagen - kann sich an das Sekretariat der Frauen- und Kinderklinik in Stendal unter Telefon 0 39 31/66 73 50 wenden.

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