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Friedrichsruhe kein Einzelfall : Drama am Bahnübergang

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein Odeg-Zug erfasst ein Auto an einem unbeschrankten Bahnübergang, drei Menschen werden verletzt – kein trauriger Einzelfall.

Drei Menschen wurden am Freitagabend verletzt, als ein Auto an einem unbeschrankten Bahnübergang in Friedrichsruhe von dem Triebwagen der Odeg erfasst wurde. Ein achtjähriger Junge darunter sogar lebensbedrohlich. Besonders tragisch: In diesem Bereich laufen derzeit Bauarbeiten für eine automatische Schrankenanlage.

Es war am Freitagabend gegen 21.45 Uhr, als die Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte zu dem Umfallort nahe des Bahnhofs gerufen wurden. Vor Ort bot sich den Einsatzkräften ein Bild des Schreckens. Der Fahrer eines Pkw Dacia Sandero hatte nach Angaben der Polizei anscheinend den herannahenden Zug übersehen und war beim Bremsen kurz vor dem Bahnübergang ins Schleudern geraten. Dabei wurde das Fahrzeug von dem aus Schwerin kommenden ODEG-Triebwagen seitlich noch erfasst.

Ein Mann (25) sowie zwei Kinder (7+8) saßen zu diesem Zeitpunkt im Fahrzeug. Umgehend begannen die Rettungsarbeiten, die vor allem den achtjährigen Jungen auf dem Beifahrersitz betrafen. Nach Polizeiangaben wurde er mit lebensbedrohlichen Verletzungen in das Schweriner Klinikum eingeliefert. Der Fahrer und das siebenjährige Mädchen kamen leicht verletzt in die Parchimer Asklepios Klinik.

Die Fahrgäste der Odeg sowie das Fahrpersonal blieben unverletzt. Die Reisenden wurden per Taxi weiter befördert. Zur Ermittlung des genauen Herganges wurden der Kriminaldauerdienst sowie ein Spezialist der DEKRA hinzugezogen.

Der Bahnübergang an der Unfallstelle befindet sich derzeit im Bau. Eine Schienenbeschrankung fehlt. Die Strecke wird mit einem Andreaskreuz gesichert.

Immer wieder kommt es an unbeschrankten Bahnübergängen zu schweren Unfällen, wenn Pkw-Fahrer einen herannahenden Zug übersehen. Erst am 12. Mai hatte bei Halsenbek in Schleswig-Holstein ein Regionalzug ein Auto mit einer fünfköpfigen Urlauberfamilie aus Hamburg gerammt. Dabei wurde nach Angaben der Bundespolizeidirektion Flensburg ein fünfjähriges Kind getötet.

Allein 2012 starben 44 Menschen bundesweit bei Unfällen an Gleisübergängen (neue Zahlen liegen nicht vor). Immer wieder wird in der Bevölkerung daher die Forderung nach sicheren Übergängen laut.

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