Auf dem Weg nach Güstrow : Drahtseilbahn Augustusburg wird überholt

Nun sind sie weg: Die Wagen der Drahtseilbahn Augustusburg werden in Mecklenburg-Vorpommern auf Vordermann gebracht. Auch am Berg wird fleißig gearbeitet. Im März 2020 soll die Wartungspause mit einer Jungfernfahrt beendet werden.

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17. September 2019, 15:04 Uhr

Schweben statt fahren: Gut eine Woche nach der vorübergehenden Stilllegung sind am Dienstag die beiden Wagen der Drahtseilbahn Augustusburg von den Schienen gehoben worden. Spezialisten haben die neun Tonnen schweren Waggons mit einem Kran auf Tieflader gehievt. Die mehr als 100 Jahre alte Standseilbahn soll bis zum Frühjahr generalüberholt werden.

Jungfernfahrt im März 2020 geplant

Laut Betreiber Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) werden in die Wartung mehr als zwei Millionen Euro investiert. 40 Prozent der Kosten werden vom Freistaat Sachsen übernommen. Bis voraussichtlich zum 20. März 2020 werden die beiden 1996 gebauten Wagen komplett restauriert. Am 21. März ist dann eine Jungfernfahrt der runderneuerten Waggons geplant. In einer Werkstatt in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) bekommen die Waggons eine neue Heizung, neue Sitze und Fenster, die sich öffnen lassen, sowie einen frischen Anstrich. Die Fahrgestelle werden in die Schweiz transportiert und dort von Drahtseilbahnexperten saniert.

Platz für 150 Fahrgäste

Währenddessen werden durch eine Dresdner Firma auf der gut 1,2 Kilometer langen Strecke 150 Bahnschwellen ausgetauscht. Für die Arbeiten nutzt der Verkehrsverbund eine ohnehin geplante Betriebspause: Die Talstation in Erdmannsdorf und die Bergstation in Augustusburg werden ebenso wie die Wagen mit einer neue Bahnsteuerung ausgerüstet. Allein dafür sind fünf Monate geplant. Die Drahtseilbahn Augustusburg wurde 1911 in Betrieb genommen. Die beiden Wagen bieten jeweils 75 Fahrgästen Platz und überwinden mit knapp 11 Kilometern pro Stunde einen Höhenunterschied von gut 168 Metern. Die Fahrzeit beträgt acht Minuten. Pro Jahr befördert die Standseilbahn rund 100 000 Menschen.

Neue Polster, Scheiben und frischer Lack

Nach 23 Jahren ohne grundlegende Überholung waren in den Standseilbahnwagen der vierten Generation die Fußböden verschlissen und die Polster abgenutzt. „Die Wagen werden komplett auseinandergebaut. Sie bekommen neue Polster, neue Scheiben, sie werden neu lackiert“, sagte VMS-Geschäftsführer Harald Neuhaus. Die Drahtseilbahn war seit dem 9. September für den öffentlichen Personenverkehr gesperrt. Seither wurden die Wagen noch für Betriebsfahrten genutzt.

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