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Rerik/Ludwigslust : Doppelter Munitionsalarm in MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Am Strand von Rerik begann Munitionsräumung / Gewehr- und Pistolenpatronen legen Baustelle in Ludwigslust über Stunden lahm

Am Strand des Ostseebades Rerik haben gestern vorbereitende Arbeiten für die Suche nach Kampfmitteln begonnen.

An einem rund 1,5 Kilometer langen Teil des Strandes sollen 80 000 Kubikmeter Sand gesiebt werden. Grund der Suche war der Fund von 51 Granaten Mitte April. Wie Reriks Bürgermeister Wolfgang Gulbis (SPD) gestern sagte, werden drei Strandaufgänge und die Seebrücke gesperrt.

Er hoffte, dass die gesiebten Abschnitte nach und nach freigegeben werden, sodass vor allem die Seebrücke zu Beginn der Hochsaison Anfang Juli wieder begehbar sein wird.

Nach Angaben des Schweriner Innenministeriums wird die Strandreinigung rund 660 000 Euro kosten. Die Munition könnte durch die jüngst abgeschlossene Strandaufspülung freigelegt worden sein. Es gibt laut Gulbis aber keine endgültige Sicherheit über die Ursache.

Nach eingehenden Untersuchungen könne aber ausgeschlossen werden, dass weitere Strandabschnitte betroffen seien.Bei den Arbeiten kann es den Angaben zufolge gefährlich werden, weil beim Sieben und Rütteln starke Kräfte auf die möglicherweise noch im Sand verborgenen Granaten einwirken. Mögliche Splitter könnten mehrere Hundert Meter weit fliegen.Wie Gulbis berichtete, gibt es bislang keine Buchungsstornierungen.

Auch in Ludwigslust rief gestern ein Fund den Munitionsbergungsdienst auf den Plan. In einer Baugrube am Amtsgericht Ludwigslust musste gestern die Arbeit über Stunden eingestellt werden.

Der Munitionsbergungsdienst barg mehr als 300 Stück Gewehr- und Pistolenmunition, wie die Polizeiinspektion Ludwigslust mitteilte. In der Baugrube fanden sich zudem ein Stahlhelm und eine Gasmaske.

Das betroffene Areal war jahrzehntelang Militärgelände. In den ehemaligen Kasernen, in denen heute Behörden und ein Gymnasium untergebracht sind, waren erst Soldaten der Wehrmacht stationiert und von 1945 bis Anfang der 1990er-Jahre sowjetische Soldaten.

Bei Bauarbeiten werden in Deutschland immer wieder Kampfmittel aus vergangenen Zeiten gefunden. Gefährlich wird es immer dann, wenn Bomben oder Granaten entdeckt werden. Zu Jahresbeginn waren in Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) ein Baggerfahrer getötet und 13 weitere Menschen verletzt worden, als ein Blindgänger beim Recycling von Bauschutt explodierte.

In und nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Blindgänger oft mit Beton übergossen, weil man sie nicht abtransportieren konnte.


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