Forschung in Dummerstorf : Doofe Ziege, dummes Schwein?

Mittlerweile ist  bewiesen, dass Ziegen wie Menschen in Kategorien denken können.
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Mittlerweile ist bewiesen, dass Ziegen wie Menschen in Kategorien denken können.

Dummerstorfer Forscher untersuchen das Lernverhalten bei Nutztieren

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07. April 2017, 20:35 Uhr

Am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf haben dreijährige Forschungen zum Lernvermögen bei Nutztieren begonnen. Dabei wollen die Wissenschaftler untersuchen, wie Ziegen Informationen aufnehmen und verarbeiten, wie Jan Langbein vom FBN-Institut für Verhaltensphysiologie gestern erläutert. Letztlich gehe es um die Frage, ob sie Abläufe und Prozesse erlernen können und wie dieses geistige Vermögen zum Wohl der Nutztiere eingesetzt werden kann. Hintergrund sei, dass Nutztiere Bedingungen ausgesetzt sind, die eine nur eingeschränkte Umsetzung arteigenen Verhaltens zulassen. Dies könne schnell zu Langeweile, Stress und Frustration führen, betonte Langbein.

Das Projekt ist eine Kooperation mit Schweizer Forschern vom Zentrum für tiergerechte Haltung (Agroscope), die im Tierpark Dählhölzli in Bern die gleichen Untersuchungen an Wildziegen vornehmen. So könnten die Forscher den Einfluss der Domestikation auf das Lernverhalten und die kognitiven Fähigkeiten bei Ziegen erforschen, hieß es.

Bei Zootieren seien bereits positive Effekte durch die Stimulation des Lernvermögens und anderer kognitiver Fähigkeiten nachgewiesen, sagte Langbein. Allerdings gebe es nur wenige Studien, die sich mit kognitivem Training und möglichen positiven Effekten für das Wohlbefinden bei Nutztieren auseinandersetzen. Es sei ein Verdienst des Dummerstorfer Instituts, dass sich in den letzten Jahren die Einstellung gegenüber angeblich dummen Nutztieren verändert hat, sagte Institutsleiter Birger Puppe. So habe unter anderem bewiesen werden können, dass Ziegen wie Menschen in Kategorien denken können oder Schweine auf persönlichen Namensaufruf zum Futtertrog eilen.
 

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