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Mecklenburg-Vorpommern

18. Dezember 2017 | 19:44 Uhr

Doch kein Babyglück bei den Eisbären?

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2012 | 06:32 Uhr

Rostock | Nur noch wenig Hoffnung auf Eisbär-Babyglück im Rostocker Zoo. Bärin Vienna macht Anzeichen, dass sie die Wochenstube bald wieder verlassen möchte - ohne ein Junges. " Die Chance, dass es in diesem Winter Nachwuchs gibt, ist damit nur noch sehr, sehr gering", sagt Zoo-Direktor Udo Nagel. Denn werdende Eisbären-Mütter bleiben normalerweise länger im Mutter-Kind-Gehege, bis die Kleinen ein wenig größer geworden sind. Auch in der freien Wildbahn kommen die Mütter mit ihren Jungen erst im März oder April aus ihrer Geburtshöhle.

Vienna war Anfang Dezember in die Wochenstube eingezogen, nachdem es im Sommer des vergangenen Jahres zur Begegnung mit dem Männchen Blizzard gekommen war. Das ließ Zoo-Mitarbeiter und Eisbären-Fans in Rostock auf ein Jungtier hoffen. "Ich bedaure natürlich, dass es, so wie es jetzt aussieht, in diesem Jahr nichts wird", sagt Nagel. Die Zoo-Mitarbeiter wollen Vienna jetzt noch bis Ende des Monats in der Wochenstube lassen und - wenn es dann immer noch keinerlei Anzeichen auf ein Jungtier gibt - die Außenanlage wieder öffnen. Für sie ist es nicht ganz leicht, festzustellen, ob die Eisbärendame ein Junges zur Welt bringt. Denn im Verhältnis zur Körpergröße eines ausgewachsenen Eisbären sind die Babys winzig. Auch eine Schwangerschaft ist deshalb von außen nicht zu sehen.

Woran es letztlich genau liegt, wenn ein Paarungsversuch scheitert, könne nicht mit Gewissheit bestimmt werden, sagt Nagel. "Blizzard ist noch ein ziemlich junges, unerfahrenes Männchen", sagt er. Der mittlerweile fünf Jahre alte Eisbär war 2010 aus dem Zoo im italienischen Pistoia nach Rostock gekommen, um mit Vienna für Nachwuchs zu sorgen. Und Vienna kommt nun schon langsam in die Jahre. Immerhin hat sie schon sechs Junge von Papa Churchill großgezogen. Seit 1956 hat es im Rostocker Zoo insgesamt schon 38 Jungtiere bei den Eisbären gegeben.

"Als Zuchtbuchhalter möchten wir unseren Eisbären eine schöne Perspektive geben", sagt Zoodirektor Nagel. Sein Wunsch ist es, nach der Fertigstellung des Großprojekts Darwineum die Eisbärenanlage in Angriff zu nehmen. "Die Bausubstanz hat inzwischen deutliche Mängel und ist überholungsbedürftig", sagt Nagel. Immerhin bestehe die Eisbären-Anlage schon seit 1956.

Deshalb möchte der Zoo auf dem gleichen Gelände eine neue Anlage für die majestätischen Raubtiere bauen - mit mehr Raum für die Tiere und neuer Wochenstube. Doch das Vorhaben ist bislang nur ein Wunsch. Konkrete Absprachen oder Finanzierungsmodelle gibt es bislang nicht. "In diesem Jahr liegt die Priorität erst einmal ganz klar auf dem Darwineum", so der Zoodirektor.


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