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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 14:29 Uhr

Der Zeit voraus : Dobbertin - Ort der Zukunft

vom

Die Schule der Landentwicklung unternahm unter der Leitung von Henning Bombeck, Professors für Siedlungsgestaltung an der Universität Rostock, einen Spaziergang durch die Gemeinden Lohmen und Dobbertin.

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erstellt am 18.Mär.2012 | 06:50 Uhr

Dobbertin | Die Schule der Landentwicklung unternahm unter der Leitung von Henning Bombeck, Professors für Siedlungsgestaltung an der Universität Rostock, einen Spaziergang durch die Gemeinden Lohmen und Dobbertin. Bombeck lobte dabei vor allem Dobbertins Entwicklung, insbesondere das Projekt "Dorf im Dorf". "Die Gemeinde ist ihrer Zeit mit diesem vorbildlichen Projekt um zehn bis 20 Jahre voraus", sagte Bombeck.

Bevölkerungsschwund, Entvölkerung, hoher Altersdurchschnitt: Viele Gemeinden im ganzen Land merken, dass es so nicht weitergeht. Aber Lösungen hat die Mehrzahl der Gemeinden nicht. "Die Schule der Landentwicklung setzt genau an diesem Punkt an, will ein Netzwerk schaffen, damit sich Gemeinden austauschen können", sagt Bombeck. Er ist sich sicher: Gemeinden die das schaffen und gleichzeitig ihre Einwohner für Projekte und bürgerschaftliches Freiwilligenengagement gewinnen können, werden zu den Gewinnern gehören. Das Miteinander werde in Zukunft ungeheuer an Bedeutung gewinnen. Dobbertin sieht der Forscher auf einem guten Weg. "Die Gemeinde liegt durch ihre engagierten Bürger und zielstrebigen Kommunalpolitiker weit vorn, muss sich aber wie viele andere Gemeinden um ihren Nachwuchs kümmern", sagt Bombeck.

Auch Dobbertins Bürgermeister Dirk Mittelstädt sieht seine Gemeinde auf einem guten Weg. 57 Anfragen für das Dorf im Dorf gibt es schon. Und das, obwohl es nur 39 Wohneinheiten vorhanden sind. Zwei Drittel der Anfragen kommen aus der Umgebung, ein Drittel aus dem restlichen Bundesgebiet. "Wir haben sogar eine Anfrage von Deutschen aus Italien, die zurück nach Deutschland möchten", sagt Mittelstädt.

Doch nicht nur das innovative Projekt hält Dobbertin am Leben. "Unsere große Stärke ist der Zusammenhalt", sagt Mittelstädt. Das Dach des Gemeindezentrums etwa muss bald erneuert werden. Geld hat die Gemeinde dafür aber nicht. Mitglieder des Sportvereins übernehmen die Reparaturen deshalb nun in Eigenregie. "Wenn sich die Vereine nicht so stark einbrächten, dann könnten wir vieles hier gar nicht finanzieren", sagt Mittelstädt. In Dobbertin ist Realität, wovon andere Gemeinden noch ein ganzes Stück entfernt sind: Miteinander in die Zukunft.

Kurz erklärt



Was ist die „Schule der Landentwicklung“?
Ins Leben gerufen haben das Projekt das Landeslandwirtschaftsministerium, die Universität Rostock und das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Mittleres Mecklenburg. Durch Seminare, Gespräche und Veranstaltungsreihen sollen Einwohner, Kommunalpolitiker und Ehrenamtler aus ländlichen Regionen zusammengeführt werden. Ziel ist es, Menschen zu motivieren, aktiv zu werden und ihre Probleme selbst in die Hand zu nehmen. Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Stichwort. Das Projekt soll dazu beitragen, aktive Gemeinden zu schaffen und bürgerschaftliches Engagement zu stärken. Auch Dobbertin nimmt am Programm teil.


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