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Genetische Fingerabdrücke : DNA-Fahnder in MV: Pro Tag ein Treffer

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Bei der Aufklärung schwerer Straftaten verlässt sich die Polizei in MV immer mehr auf den DNA-Test. "Im vergangenen Jahr haben wir 244 Personen aufgrund ihrer DNA-Spuren identifiziert"

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erstellt am 21.Jul.2013 | 10:32 Uhr

Schwerin | Bei der Aufklärung schwerer Straftaten verlässt sich die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern immer mehr auf den DNA-Test. "Im vergangenen Jahr haben wir 244 Personen aufgrund ihrer DNA-Spuren identifiziert", sagte ein Sprecher im Landeskriminalamt (LKA) auf Anfrage unserer Redaktion. In weiteren 50 Fällen stimmten die sichergestellten DNA-Spuren mit denen von anderen Tatorten überein, so dass zwar nicht der Täter aber Zusammenhänge zwischen Straftaten ermittelt werden konnten. Im Durchschnitt erzielten die DNA-Fahnder im LKA damit an jedem Arbeitstag mindetsens einen Treffer.

Spektakulärster Fahndungserfolg der letzten Tage war die Aufklärung des Mordes an der 29-jährigen Anna-Lena U. bei Herrenburg (Landkreis Nordwestmecklenburg). Durch die DNA-Spuren am Tatmesser und einen Abgleich in der DNA-Datenbank des Bundeskriminalamtes (BKA) konnte ein 45-jähriger Lübecker vier Tage nach dem Mord als Tatverdächtiger festgenommen werden.

Seit 1998 ermittelte die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern 1800 Tatverdächtige über den gesicherten genetischen Fingerabdruck. Wichtiges Hilfsmittel ist dabei die DNA-Datei des BKA in Wiesbaden, in der 791 500 Personendatensätze von Verurteilten oder Tatverdächtigen und 231 800 Spurendatensätze zum bundesweiten Vergleich eingestellt sind. Fast 15 000 Personen- und knapp 3800 Tatortspuren kommen davon aus Mecklenburg-Vorpommern.

Seit sechs Jahren nutzt das LKA nicht nur die zentrale Gen-Datei des BKA, sondern auch die anderer europäischer Staaten wie Österreich, Luxemburg, Frankreich und Slowenien. Neben schweren Straftaten wie Tötungs- und Sexualdelikten oder Raub und Erpressung kommt die DNA-Analyse seit sechs Jahren auch bei Delikten wie Diebstahl zum Einsatz.

In Deutschland wurden nach BKA-Angaben seit 1998 etwa 123 900 Straftaten über die DNA aufgeklärt - darunter 1400 Tötungsverbrechen. Ein sensationeller Erfolg in Rostock war die Aufklärung des Mordes an Antje St. Die Rostocker Schülerin war 1996 im Stadtteil Evershagen getötet worden. Zwölf Jahre später konnten die beiden Peiniger über kleinste DNA-Spuren auf einem Klebeband überführt werden, auf denen die Polizei Faserspuren vom Körper des 15-jährigen Mädchens aufbewahrt hatte. Die beiden Männer wurden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

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