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Mecklenburg-Vorpommern

11. Dezember 2017 | 23:57 Uhr

Schwerin : Digitalisierte Arbeitswelt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bundesarbeitsministerin: Mehr Chancen als Risiken

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sieht in der Digitalisierung der Arbeitswelt mehr Chancen als Risiken. Deutschland befinde sich in einer „spannenden Aufbruchsituation“, die nicht verschlafen werden dürfe, sagte die SPD-Politikerin gestern auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung im Schweriner Schloss. Der „Neigung zur Apokalypse“, laut der die Digitalisierung unzählige Arbeitsplätze vernichten werde, könne sie nicht folgen. Während jeder großen Umwälzung seit der Einführung des Webstuhls, der Dampfmaschine oder des Computers habe es diese Befürchtungen gegeben, sagte Nahles. Danach seien jeweils mehr Arbeitsplätze vorhanden gewesen als vorher. Das gelte auch für die Digitalisierung.

Sie räumte ein, dass „alte“ Arbeitsplätze verschwinden würden und die Arbeitswelt sich neu gestalten werde. Um dies zu regeln, müssten Arbeitnehmer und Arbeitgeber auch neue faire Kompromisse aushandeln. Insgesamt verspricht sich Nahles genauso wie Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) von der Digitalisierung mehr Selbstbestimmung und mehr Flexibilität für die Arbeitnehmer. Außerdem könnten viele Arbeit und Familie besser miteinander koordinieren, besonders wenn sie Kinder haben oder ältere Angehörige zu Hause pflegen. Bereits ermöglichten neue Computer und neue Computerprogramme vielen Behinderten, wieder arbeiten zu können. „Diese Gruppe kann sich über die Digitalisierung wirklich freuen“, sagte Nahles. Für das Flächenland Mecklenburg-Vorpommern sah Hesse in der Digitalisierung die Chance, „Arbeit zu den Menschen zu bringen“. Denn weite Wege seien für viele eine große Hürde.

Um in der „neuen" Arbeitswelt bestehen zu können, müsste bereits in der Schule die Ausbildung dafür beginnen, um im Wettbewerb bestehen zu können, sagte Hesse. Nahles forderte gleichwohl, die aus der Digitalisierung der Arbeitswelt zu erzielenden Gewinne nicht einigen großen „Globalplayers“ des Internets zu überlassen. Sie müssten zu Steuerzahlungen herangezogen werden. Die Ministerin meinte, in dieser Hinsicht sei die Kommission der Europäischen Union auf einem guten, selbstbewussten Weg, um gegenüber Google, Amazon und anderen Plattformen aufzutreten.

Andreas Frost

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