zur Navigation springen

Digital-TV: Kein Empfang für 40 000 Haushalte

vom

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2012 | 08:25 Uhr

Schwerin/Rostock | Noch zehn Wochen, dann wird in Deutschland das analoge Satelliten-Fernsehen endgültig abgeschaltet. Bundesweit ist bislang noch immer etwa jeder zehnte über Satellit empfangende Haushalt nicht darauf eingestellt. In Mecklenburg-Vorpommern haben erst 88 Prozent entsprechend umgerüstet. Geschieht nichts, dann würden am 30. April im Nordosten über 70 000 Menschen in fast 40 000 Haushalten vor einem schwarzen Bildschirm sitzen. Nach NDR-Schätzungen dürften es sogar noch weitaus mehr sein.

Bundesweit seien in den vergangenen zwei Jahren jeweils über zwei Millionen Haushalte digitalisiert worden, sagt Stefan Vollmer von der Münchener Firma SES Astra-Satellitensystem, die mit 17 Satelliten mehr als 135 Millionen Satelliten- und Kabelhaushalte in Europa versorgt und über 2500 analoge und digitale Fernseh- und Radiokanäle überträgt.

Viele Einwohner seien erst mit Werbekampagne im Fernsehen auf die bevorstehende Umstellung aufmerksam geworden, sagt Bert Lingau, Experte der Medienanstalt MV. Wer sich jetzt nicht schnell entschließe umzurüsten, der müsste am Ende mit längeren Liefer- und Handwerker-Wartezeiten rechnen. Der Fachhandel hat sich inzwischen auf den bevorstehenden Boom eingestellt. "Wir haben entsprechend vordisponiert, das Lager ist gut gefüllt", versichert Andreas Werth, Bereichsleiter bei Media Markt Stralsund. Seit dem Herbst sei die Nachfrage nach den zur Umrüstung erforderlichen Signalumsetzern LNB, entsprechenden Receivern, Verteilern und Umschaltern sprunghaft angestiegen. Wer umstellen müsse, der sollte sich auf Kosten von knapp über 100 Euro für eine Single-Anlage, inklusive Receiver und Verkabelung einstellen.

Vom neuen Fernsehzeitalter profitieren auch Monteure vor allem im ländlichen Raum. Die Umrüstung beschere einen regelrechten Auftragsboom, bestätigt Olaf Rosenow, der auf Rügen einen Antennenbaubetrieb leitet. Nicht nur Privathaushalte, sondern auch Betreiber von Mehrteilnehmeranlagen wie Pensionen, Hotels und sogar ein Krankenhaus hätten noch immer nicht umgerüstet. "Allmählich wird die Zeit eng." Problematisch wird es zudem, weil sich inzwischen Engpässe abzeichnen. Die Industrie sei nur noch in der Lage, Standardgeräte in ausreichender Menge zu liefern, sagt Rosenow. Für die Umrüstung von Gemeinschaftsanlagen werde Spezialtechnik wie Verteilermatrixen allmählich knapp.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen