Diesmal kommt der Henker

<fettakgl>Aufrecht und unbeugsam</fettakgl> schreitet Störtebeker (Sascha Gluth) seinem Schicksal entgegen. <foto>dapd</foto>
Aufrecht und unbeugsam schreitet Störtebeker (Sascha Gluth) seinem Schicksal entgegen. dapd

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21. Juni 2012, 07:03 Uhr

Ralswiek | Das Gold des Templerordens, das Klaus Störtebeker im vergangenen Sommer auf Rügens Freilichtbühne in Ralswiek fand, rettet ihn nicht vor dem Fallbeil. Zum Abschluss des neuen Seefahrerabenteuers steht der gefangene Piratenhauptmann auf dem Hamburger Grasbrook vor Scharfrichter Rosenfeld auf dem Schafott und wird geköpft. Mit der legendären Hinrichtung aus dem Jahre 1401 endet in diesem Jahr das Jubiläums-Spektakel der Störtebeker-Festspiele, das am morgigen Samstag (23. Juni) seine Premiere feiert. Für die Inszenierung von "Störtebekers Tod", der inzwischen 20. Piratengeschichte, verpflichtete Intendant Peter Hick wieder 150 Haupt- und Laiendarsteller. Mit einem Etat von etwa fünf Millionen Euro präsentiert das Privattheater erneut eine actionbetonte Story mit rasanten Kampfszenen, furiosen Seeschlachten, aber auch leisen Tönen und herzerreißenden Szenen.

Regisseur Holger Mahlich, der erst vor zwei Wochen den wegen künstlerischer Unstimmigkeiten gefeuerten neuen Spielleiter Krystian Martinek ersetzte, ist sich des Erfolgs sicher. In einem künstlerischen Gewaltakt hatte er in den vergangenen Tagen das aus dem Ruder gelaufene Freibeuter-Skript noch einmal umgeschrieben und das verunsicherte Ensemble auf Kurs gebracht. Die Story werde den Leuten gefallen, sagt Mahlich.

Der Vorverkauf für die bis zum 8. September gebotenen 67 Vorstellungen sei gut angelaufen, sagt Hick. Zu Buche stünden zwar drei Prozent weniger Kartenbestellungen als 2011, aber zehn Prozent mehr als im Rekordjahr 2009, als 394 766 Zuschauer in das 8500 Sitze fassende Freilichttheater kamen. "Die Hauptschlacht wird an der Abendkasse entschieden", sagte der erfahrene Theatermann, der unabhängig vom Wetter mit einem Saisonergebnis von 360 000 wieder zufrieden wäre.

Die letzten Monate im Leben von Klaus Störtebeker spielen sich in diesem Sommer im Friesland, den Niederlanden und in Hamburg ab. Vor der malerischen Seekulisse ließ Bühnenbildner Falk von Wangelin dafür das Küstendorf Muhlracht mit Holländermühle, das Hamburger Rathaus und Helgolands berühmten Brandungsfelsen "Lange Anna" errichten. Bis zu vier Theaterkoggen werden sich gleichzeitig auf dem Bodden eine Seeschlacht liefern. Zu den Highlights gehört - historisch völlig unkorrekt, aber spektakulär - eine Seebestattung nach Wikinger-Art, bei der ein brennendes Floß mit dem "Verstorbenen" weit hinaus aufs Meer treibt. Allein für diese Szene sollen 35 000 Euro investiert worden sein. Und über den verblüffenden Trick bei der spektakulären Hinrichtung des Helden zum Schluss werden viele Zuschauer vermutlich noch lange grübeln.

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