Neubrandenburg : Diesel-Autobesitzer in MV klagen erfolgreich gegen VW

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Legt Volkswagen keine Rechtsmittel ein, können die Besitzer ihr Geld zurückfordern und das Auto zurückgeben.

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14. November 2018, 14:33 Uhr

Autobesitzer von der Mecklenburgischen Seenplatte haben im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal mit Erfolg gegen den Volkswagen-Konzern geklagt. „Ich habe den zwei Klagen auf Schadenersatz und Rückabwicklung stattgegeben“, sagte Richter Christian Weidlich am Mittwoch im Landgericht Neubrandenburg. Damit kann der Besitzer eines rund 35 000 Euro teuren Audi Avant mit VW-Dieselmotor (Typ EA 198) aus Neustrelitz sein Geld zurückfordern und das Auto zurückgeben - sofern die Gegenseite kein Rechtsmittel einlegt.

Im zweiten Fall hatte der Besitzer eines gebrauchten VW Passat aus Röbel auf etwa 8000 Euro Schadenersatz gegen den Hersteller geklagt.„Der Mann hat sich offen gelassen, ob er Schadenersatz oder den Dieselwagen ganz zurückgeben möchte“, sagte Weidlich. Zur Verkündung waren weder Kläger noch die Gegenseite erschienen.

Es sei nicht die erste Entscheidung in einem Zivilverfahren in Neubrandenburg gewesen, in der Besitzer manipulierter Dieselautos Recht bekommen hätten, sagte Weidlich. Experten rechnen allerdings damit, dass die von VW beauftragten Anwälte - wie in anderen Fällen - auch hier das Oberlandesgericht als nächsthöhere Instanz einschalten.

In Mecklenburg-Vorpommern klagen derzeit mehr als 300 Besitzer manipulierter Dieselautos gegen VW, davon knapp 40 in Neubrandenburg, rund 100 in Schwerin und jeweils mehr als 80 in Stralsund und Rostock. Bundesweit sollen es rund 6000 Klagen sein.

In den anderen Fällen hatten die Kläger oder die Gegenseite ihre Anträge wieder zurückgezogen, wie eine Sprecherin sagte. Beobachter vermuten, dass außergerichtlich Vergleiche geschlossen wurden. Über die Höhe der Zahlungen werde Stillschweigen vereinbart.

Das OLG will vor der Entscheidung in Rostock eine richtungsweisende Entscheidung des Bundesgerichtshofs abwarten. Wie Weidlich erklärte, verjähren mögliche Ansprüche aus dem Diesel-Skandal gegen den VW-Konzern vom kommenden Jahr an.

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