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Mecklenburg-Vorpommern

25. November 2017 | 04:30 Uhr

ZiSch : Diese Schuhe trägt Wittenberge

vom

Hallo, haben Sie kurz Zeit für uns? Wir kommen vom Marie-Curie-Gymnasium und haben derzeit die Projektwoche. Morgens halb Zehn in Wittenberge, Momente, Menschen, Möglichkeiten…" Und Schuhe.

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erstellt am 17.Nov.2011 | 01:05 Uhr

Hallo, haben Sie kurz Zeit für uns? Wir kommen vom Marie-Curie-Gymnasium und haben derzeit die Projektwoche. Morgens halb Zehn in Wittenberge, Momente, Menschen, Möglichkeiten…" Und Schuhe. Was können Schuhe über eine Stadt aussagen? Auf den ersten Blick eigentlich nicht viel, aber wenn man mal darauf achtet, können Schuhe ziemlich vielfältig sein. Selbst in Wittenberge.

Die ersten vier Versuche, Leute anzusprechen, gehen schief: Manche sehen uns und die Kamera und blocken sofort ab oder rennen regelrecht vor uns weg. Dann sehen wir eine junge Frau mit schwarzen Stiefeln, die ein Kind im Arm trägt. Vielleicht 4 oder 5 Jahre alt. Wir fragen sie, ob sie kurz Zeit hätte, was nicht zutrifft. Dafür geht sie aber ca. 10 Minuten später ziemlich entspannt durch den Park. Langsam machen wir uns Sorgen, ob wir überhaupt noch jemanden finden. Daraufhin fällt Vanessa der Bäcker ein. Wir sind oft da und allseits bekannt bei den Verkäuferinnen. Also fragen wir sie und siehe da: Unser erster Erfolg! Und kaum sind wir draußen, bekommen wir durch den kleinen Laurence unser nächstes Bild. Einen Plan haben wir uns gar nicht erst gemacht: Einfach spontan durch die Stadt gehen. Schuhe findet man überall dort, wo sich Menschen rumtreiben.

Auf den Weg zum Stern treffen wir einen älteren Herrn. Ich spreche ihn an: "Entschuldigen Sie, haben Sie kurz Zeit?" Keine Reaktion. "Hallo?" Er schaut weg. Inzwischen gehen wir neben ihm und er sieht uns. Freundlich begrüßt er uns. Ist wohl schwerhörig, denken wir. Er ist damit einverstanden, dass wir seine braunen Schuhe fotografieren. Weiter geht’s zum Hafen, in der Hoffnung, dass dort viele Wittenberger spazieren gehen. Aber außer ein paar Rasenarbeiter ist nicht viel zu sehen. Trotzdem ist das ein Bild wert. Morgens um halb 10 sollten eben die meisten Menschen arbeiten.

Zurück gehen wir über die Bahnstraße. Dort finden wir bestimmt ein paar junge Menschen und die dazugehörigen Schuhe. Und tatsächlich: Antje aus Perleberg ist nicht nur einverstanden mit unserem Vorhaben mit ihren schwarzen Stiefeln, sondern erzählt auch von Freunden, die selbst gern Füße fotografieren. Sehr unterhaltsam! Süß ist auch die Kindergartengruppe einer Bekannten, die in ein Kindermusical im Kulturhaus wollen. "Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh…" Alle stellen sie in einer Reihe und wir suchen uns zwei Kinder aus. Rosa Ballerinas und schwarze Klettschuhe. Typisch! Ab geht’s, weiter: Wir treffen eine junge Dame mit schwarzen Sandalen. "Die sind aber gar nicht so schön!" Ob schön oder nicht - Ziel dieses Projektes ist es nicht, die schönsten Schuhe von Wittenberge herauszusuchen, sondern die Stadt anhand von Schuhen widerzuspiegeln.

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