Kommunen werden zunehmend erfinderisch beim Strom- und Spritsparen : Dienstrad und Sparlampen

<strong>Angesichts steigender Energiepreise</strong> werden die Kommunen zunehmend erfinderisch beim Strom- und Spritsparen.<foto>dpa</foto>
Angesichts steigender Energiepreise werden die Kommunen zunehmend erfinderisch beim Strom- und Spritsparen.dpa

Explodierende Energiekosten und die befürchtete Klimaerwärmung lassen auch Mecklenburg-Vorpommerns Stadtväter nicht kalt. Die Kommunen werden zunehmend erfinderisch beim Strom- und Spritsparen.

svz.de von
27. Januar 2013, 07:15 Uhr

Schwerin/Rostock | Explodierende Energiekosten und die befürchtete Klimaerwärmung lassen auch Mecklenburg-Vorpommerns Stadtväter nicht kalt. Die Kommunen werden zunehmend erfinderisch beim Strom- und Spritsparen. Größere Städte wie Rostock und Schwerin setzen auf intelligente Beleuchtungssysteme mit Tageslichtsensoren, Bewegungsmeldern und Sparlampen. Die Hansestadt Rostock gehört zu den Gründungsmitgliedern des Klimabündnisses europäischer Städte von 1991 und hat seither ihre Kohlendioxidemissionen von acht auf unter vier Tonnen pro Jahr und Einwohner halbiert, wie Umweltsenator Holger Matthäus sagte.

Bis 2050 sollen in Rostock die Kohlendioxidemissionen um 95 Prozent gegenüber dem Ausgangsniveau reduziert werden. Dazu werde bis September ein Masterplan "100 Prozent Klimaschutz" erarbeitet, so Matthäus. Geplant seien etwa ein Solardachkataster, eine Geothermie-Konzeption sowie ein Mobilitätsplan "Zukunft". Bereits seit 2008 koordiniere eine Klimaschutzleitstelle der Stadtverwaltung mit drei Mitarbeitern alle Energiesparmaßnahmen. Beispiele dafür sei der Einsatz von derzeit zehn Erdgas-Autos für Dienstfahrten, dieses Jahr sollen drei Elektro-Fahrzeuge angeschafft werden.

Fast sämtliche der 20 000 Straßenlaternen in der Hansestadt seien bereits mit sparsamen Natriumdampflampen ausgerüstet, so der Umweltsenator. Die Umstellung auf LED-Lichtsysteme erfolge schrittweise. Bereits jetzt kämen Rostocks Straßenlaternen mit nur 100 Watt und damit der halben Leistung der im Bundesdurchschnitt üblichen aus, erklärte Matthäus. Um die Produktion alternativer Energien anzukurbeln, habe die Stadt mehrere kommunale Gebäude an Betreiber von Solaranlagen verpachtet.

Die Landeshauptstadt Schwerin drosselt in Dienstgebäuden nachts und an Wochenenden die Heizung, wie eine Sprecherin mitteilte. In den Fluren der städtischen Schulen würden Tageslichtsensoren eingerichtet, die die Lampen bei ausreichender Helligkeit abschalten.

Unterrichtsräume seien mit Bewegungsmeldern fürs Licht ausgestattet, ebenso die meisten Sporthallen. In einigen Schulen seien die Heizungen entsprechend den Stundenplänen programmiert.

Neubrandenburg und Stralsund legen Wert auf sparsame Straßenbeleuchtung durch Dimmen und Leuchtdioden. In der Hansestadt Stralsund arbeiten in neun Wohngebieten die Laternen mit verringerter Spannung, dies spare fast ein Viertel Strom ein, erklärte ein Sprecher. Laternen in Nebenstraßen würden zu verkehrsarmen Zeiten durch Dimmen in ihrer Leistung reduziert. In Stralsunds Gewerbegebieten wird die Beleuchtung nachts ganz abgeschaltet.

Umgestiegen vom Dienstauto aufs Fahrrad sind die Mitarbeiter der Stralsunder Stadtverwaltung. Die Drahtesel würden oft und gern genutzt, für die Beschäftigten sei dies auch ein willkommenes Fitness-Training, hieß es.

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