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Mecklenburg-Vorpommern

25. November 2017 | 01:17 Uhr

Die Zeit des großen Gähnens

vom

svz.de von
erstellt am 23.Apr.2013 | 10:46 Uhr

Ausgerechnet jetzt, wo sich die Sonne endlich mal blicken lässt und die Temperaturen zaghaft steigen, fühlen sich viele Zeitgenossen antriebslos, matt, niedergeschlagen und müde. Mit ein bisschen Pech gibt es auch noch Kopf- und Gliederschmerzen mit dazu, vielleicht sogar Kreislaufprobleme.

Mit dem Frühling ist auch die Frühjahrsmüdigkeit wieder da - auch wenn sich beides in diesem Jahr etwas verspätet hat. Rund 54 Prozent aller Männer und gut 60 Prozent der Frauen fühlen sich zu Frühlingsbeginn schlapp und müde.

Die Ursachen sind wissenschaftlich noch nicht wirklich geklärt, fest steht nur, dass es sich bei der Frühjahrsmüdigkeit nicht um eine Krankheit im klassischen Sinne handelt. Heute geht man vielmehr davon aus, dass der Organismus bei der Umstellung von Winter- auf Sommerbetrieb ganz einfach etwas Zeit benötigt, um sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen.

Die Anpassungsleistungen, die der Körper dabei vollbringen muss, sind nämlich ziemlich umfassend, kein Wunder also, dass es hier und da manchmal ein wenig hakt. Mit dem Jahreszeitenwechsel werden die Tage wieder länger, die Sonne kommt endlich hinter den Wolken hervor, und die Temperaturen gehen langsam aber sicher in die Höhe.

Was sich so einfach anhört, hat es in Wahrheit ganz schön in sich. Zum einen muss sich unser Hormonhaushalt komplett umstellen. Durch die längeren und sonnigeren Tage wird in Abhängigkeit vom Tageslicht das Glückshormon Serotonin vermehrt ausgeschüttet, während gleichzeitig die Produktion des Schlafhormons Melatonin zurückgefahren wird.

Die steigenden Temperaturen hingegen führen zu einer Weitung der Blutgefäße, was eine Blutdrucksenkung und somit auch Kreislaufprobleme zur Folge haben kann. Hinzu kommt, dass wir uns oft noch in überhitzten und schlecht durchlüfteten Räumen aufhalten. Zuviel Wärme und die verbrauchte Luft, vor allem aber das ausgeatmete und müde machende Kohlendioxid, schlagen dann schnell mal aufs Gemüt.

Ganz verrückt wird es dann auch noch durch die Zeitumstellung, die uns unvermittelt aus dem gewohnten Lebensrhythmus gerissen hat.

Naja, und last but not least, ist auch der über die Wintermonate angefutterte Winterspeck nicht gerade hilfreich dabei, so richtig in Schwung zu kommen, vom Vitaminmangel mal ganz zu schweigen. Unterm Strich hat sich da also eine ganze Menge angesammelt, was uns den Start in das Frühjahr und in die warme Jahreszeit gründlich verhageln kann. Das einzige was hilft, ist Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Ganz wichtig: Raus aus der warmen Bude und frische Luft schnuppern. Ausgedehnte Spaziergänge und vor allem das Joggen und Radfahren empfiehlt sich natürlich besonders, da Bewegung hilft, den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Aber auch ausgiebiges Sonnenbaden kann schon Wunder wirken. Wer dazu keine Zeit hat, sollte zumindest die Fenster ordentlich weit aufreißen und viel frische Luft und auch Licht hinein lassen.

Beim Mittagessen heißt es dann: Weniger ist mehr. Der Winterspeck bremst alle Aktivitäten, also möglichst viel Gemüse und Obst essen.

Mit der Zeit kommt dann alles schon von ganz alleine wieder ins Lot. Falls nicht, heißt es: "Arzt aufsuchen" - denn die Grenzen zu Burnout und Depression sind fließend.

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