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Borreliose-Infektionen : Die Zecken sind früher da als sonst

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

148 Menschen in MV haben sich in diesem Jahr schon durch Zeckenbisse infiziert.

Die Zahl der Borreliose-Infektionen durch Zeckenbisse hat sich in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Nach Angaben des Schweriner Sozialministeriums wurden bis Mitte April im Nordosten bereits 148 Fälle dieser meldepflichtigen Erkrankung bekannt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres seien es 81 gewesen. Experten gehen davon aus, dass die Zecken als Krankheitsüberträger wegen des milden Winters deutlich früher aktiv sind als 2013. Im Vorjahr war es bis weit in den Frühling hinein sehr kalt.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden nach Angaben des Ministeriums 2013 insgesamt 980 Borreliose-Erkrankungen gemeldet. Das waren 25 Prozent mehr als im Jahr davor, als die Infektionshäufigkeit erstmals seit 1990 wieder leicht gesunken war. Mit knapp 60 Fällen je 100 000 Einwohner nehme MV eine Spitzenposition unter den Bundesländern ein, in denen Meldepflicht bestehe.

Da der milde Winter für Zecken günstige Überlebens- und Vermehrungsbedingungen geschaffen habe, rechnet das Landesgesundheitsamt für 2014 mit einem neuerlichen Anstieg der Borreliose-Infektionen. Die größte Gefahr, nach einem Zeckenbiss zu erkranken, bestehe im Raum Schwerin und in Nordwestmecklenburg, die geringste in Rostock.

Die ebenfalls von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) trat 2013 im Nordosten nicht auf. Untersuchungen zufolge ist bundesweit etwa jede fünfte Zecke Träger des Bakteriums Borrelia burgdorferi, allerdings mit großen regionalen Unterschieden. Für den Süden Deutschlands wird die Quote mit 35 Prozent, für den Norden hingegen mit 7 Prozent angegeben.Nach einem Zeckenbiss kann der Borreliose-Erreger in die Blutbahn des Menschen gelangen und Gelenk-, Herzmuskel- und Nervenentzündungen auslösen. Eine Impfung dagegen gibt es nicht, wohl aber Medikamente zur Behandlung. Mediziner raten daher, nach Spaziergängen durch Wälder und Wiesen den Körper vorsorglich nach Zecken abzusuchen und diese vorsichtig zu entfernen. Das Bakterium gelange nicht sofort in die Blutbahn. Laut Sozialministerium erkrankt nach einem Zeckenbiss etwa ein Prozent der Betroffenen auch an einer manifesten Borreliose.

  
 

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