Mängel in der Psychiatrie Rostock : „Die Zahlen lassen einen frösteln“

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16. November 2017, 21:00 Uhr

In der der Klinik für Psychiatrie der Universitätsmedizin Rostock gibt es nach Angaben der Landtagsabgeordneten Christel Weißig (BMV) erhebliche Mängel und Probleme. Die Stationen seien permanent überlegt und personell unterbesetzt, kritisierte Weißig gestern im Landtag unter Berufung auf einen Bericht der Besuchskommission. Das Gremium überprüft psychiatrische Einrichtungen und setzt sich aus Ärzten, weiteren Experten und Bürgern zusammen.

Aus Platznot würden, so Weißig, die Patienten sogar auf den Fluren untergebracht. Für die Psychiatrieklinik sind laut Krankenhausplan 126 Betten vorgesehen, belegt sind laut der BMV-Abgeordneten dort aber 146 Plätze. Die Klinik sei im Schnitt zu 10 Prozent überbelegt, verdeutlichte die Abgeordnete.

„Das ist mit einem erhöhten Arbeitsaufwand und Pflegebedarf verbunden”, sagte Weißig. Die Klinikmitarbeiter müssten Doppeldienste und Überstunden schieben. In den Nachtschichten müssten sich zwei Pfleger um 22 Patienten kümmern, die teilweise unter ständiger Beobachtung stehen müssten, erklärte sie.

Den Angaben der Abgeordneten zufolge kommt es auf den Akutstationen der Klinik häufig zu Übergriffen auf Mitarbeiter. In den vergangenen fünf Jahren seien 290 Angriffe auf Klinikpersonal registriert worden. Davon seien 130 als lebensbedrohlich eingestuft worden. „Diese Zahlen lassen einen frösteln. Das Personal ist den Attacken schutzlos ausgeliefert“, sagte Weißig.

Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) sicherte zu, den Hinweisen über Probleme in der Psychiatrie nachzugehen. „Wir werden uns das vor Ort noch einmal anschauen. Das werden wir überprüfen”, erklärte Glawe zu den Übergriffen. Auf die akute Platznot auf den Stationen habe man bereits reagiert. Der Klinik seien 34 zusätzliche Betten genehmigt worden. Ende des Jahres solle zudem eine neue Station in Betrieb genommen werden. Christel Weißig forderte mehr Pflegepersonal in der Klinik.

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