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Hintergrund : Die Wunderwaffen des Nazi-Reiches

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

„Windkanone“ und „Zaunkönig“ konnten den Untergang nicht abwenden

von
erstellt am 16.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Zu den heute bekanntesten Geheimwaffen der Nazis gehören zweifelsfrei die in Peenemünde auf Usedom entwickelte Flügelbombe V1 und die V2-Rakete. Mit der von Wernher von Braun konstruierten Rakete wurde vom 8. September 1944 an Großbritannien beschossen. Im Gegensatz zur laut knatternden und langsamen V-1 war die 14 Meter lange Rakete dreimal so schnell. Etwa 20 000 KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter starben bei der Herstellung des Flugkörpers und beim Bau der Produktionsanlagen. Etwa 8000 Menschen verloren ihr Leben durch den Einsatz der Waffe, meist in den Regionen London und Antwerpen.

Zu den Wunderwaffen, mit denen das deutsche Nazi-Reich den Zweiten Weltkrieg gewinnen wollte, gehörte auch die „Schallkanone“. Damit sollte gegnerische Infanterie per Druckwelle, die in Hohlspiegeln erzeugt wurde, bekämpft werden. Ähnlich futuristisch mutet eine zwölf Meter lange „Windkanone“ an, die mit Knallgas Tiefflieger vom Himmel holen sollte. Ernstzunehmender waren Entwicklungen, die später als Vorlagen für Waffensysteme anderer Militärmächte dienten. So arbeiteten deutsche Wissenschaftler an verschiedenen Panzerabwehrraketen, die per Draht oder Funk gelenkt wurden. „Rotkäppchen“ war so ein Vorläufer der heutigen Panzerabwehrraketen. Die Serienproduktion planten die Nazis unter anderem in den Mechanischen Werken Neubrandenburg.

Richtungweisend war auch die Technik für die Flugabwehrrakete „Taifun“, die Boden-Boden-Rakete „Rheinbote“ und die Gleitbombe „Ruhrstahl“. Militärisch blieben sie damals uninteressant, doch setzten die Alliierten nach dem Krieg Sonderkommandos ein, um sich die Technik zu sichern. Ähnliches galt für die U-Boote. Die sogenannten „Walter-Boote“, deren Antrieb keine Außenluft brauchte, kamen allerdings nicht mehr wirksam zum Einsatz. Der erste akustikgelenkte Torpedo „Zaunkönig“ war technisch unausgereift.

Auch die Luftwaffenindustrie konnte Neuheiten aufweisen. Neben Fehlkonstruktionen wie Raketenflugzeugen wurden auch wegweisende Muster entwickelt wie das erste in Serie produzierte Düsen-Jagdflugzeug Me-262 „Schwalbe“ oder der Strahlbomber Arado 234 „Blitz“. Der Luftüberlegenheit der Alliierten konnten sie freilich nichts anhaben.

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