Wolfsnachwuchs in MV : Die Wölfe kehren zurück

Erstmals Nachwuchs in der Lübtheener Heide. Ein zweites Rudel mit Jungen wird in der Ueckermünder Heide vermutet

svz.de von
28. Juli 2014, 20:15 Uhr

Erster Wolfsnachwuchs in MV: Vier erst zwei Monate alte Wolfswelpen sind auf einem Waldweg in der Lübtheener Heide in eine Fotofalle getappt. Der Biologe und Wolfsexperte Dr. Norman Stier hat die Wildkamera im Auftrag der Umweltschutzorganisation WWF installiert. „Mit diesem Foto konnte erstmals Wolfsnachwuchs in Mecklenburg-Vorpommern dokumentiert werden“, sagte Stier gestern gegenüber unserer Redaktion. Tatsächlich soll das Rudel in der Lübtheener Heide sogar aus fünf Welpen, einem Rüden und einer Fähe bestehen.

„Der Nachwuchs beweist, dass es in Mecklenburg-Vorpommern geeignete Lebensräume für Wölfe gibt“, erklärte Stier, der das Wolfsmonotoring im Nordosten koordiniert. Neben dem Lübtheener Rudel wird ein zweites Wolfspärchen ebenfalls mit Welpen in der Ueckermünder Heide vermutet. Die Jungen wurden dort bisher noch nicht gesichtet, doch auf Nachwuchs deute das deutlich vergrößerte Gesäuge der Fähe. „Außerdem ist seit zwei Jahren ein einzelner Wolf bei Sternberg beheimatet“, sagte Stier. Ein weiterer Rüde hat in der Kyritz-Ruppiner Heide sein Revier gefunden und wechselt häufig von Brandenburg in den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Der Wildtierbiologe geht davon aus, dass sich die Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern weiter vermehren werden. Ein Rudel braucht etwa eine Fläche von 200 Quadratkilometern, das nicht durchgehend bewaldet sein muss. Die Tierart wurde vor mehr als hundert Jahren auf dem heutigen Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns ausgerottet. Seit 2007 haben sich erste Exemplare, aus Polen kommend, wieder angesiedelt. Übergriffe der scheuen Tiere auf Menschen sind im gesamten Bundesgebiet in den vergangenen 20 Jahren nicht bekannt geworden. Sollte es dennoch zu einer unerwarteten Begegnung mit einem Wolf im Wald kommen, empfiehlt Stier laute Geräusche, die das Tier vertreiben.

Umwelt- und Agrarminister Till Backhaus (SPD) äußerte sich lobend über den Wolfsnachwuchs. „Dies ist ein wichtiger Beleg für unsere Arbeit für die Artenvielfalt“, sagte der Minister. Tierhalter zeigten sich dagegen kritisch, weil Wölfe vereinzelt Schafe gerissen hatten. Die Landesregierung regierte darauf mit einem Entschädigungsprogramm für betroffene Tierhalter.

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