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Video: Plage auf Usedom : Die Wildschweine sind los

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2016 | 20:55 Uhr

Auf der Insel Usedom ist die Sau los, besser gesagt die Wildsau: Wildschweine säumen die Straßen an der deutsch-polnischen Grenze, insbesondere den Fährhafen in Swinemünde. Der Grund: Passanten und wartende Autofahrer füttern die Wildschweine – die Tiere haben ihre natürliche Scheu vor dem Menschen abgelegt. Rottenweise belagern Wildschweine den Fährhafen, ziehen völlig angstfrei an den wartenden Autos vorbei und gehen auf Personen zu.

Die Fütterung und verlorene Angst der Wildschweine bleibt nicht ohne Folgen, denn auf der Suche nach weiterem einfach zu bekommendem Futter fallen ganze Wildschweinrotten immer häufiger auch in deutsche Ortschaften und auch die feinen Seebäder an der Ostsee ein. In Ahlbeck und Heringsdorf waren vor wenigen Wochen gleich drei Rotten über die Promenade hergefallen und hatten tagelang Grünanlagen abgegrast.

 

Bürgermeister Lars Petersen musste abwägen: „Es gibt inzwischen fünfstelligen Schaden, da müssen wir handeln“. Doch bevor die erforderliche Abschussgenehmigung erfolgte, waren die Rotten weitergezogen. „Man hat es denen wohl kurz zuvor gesteckt“, scherzt Petersen. Felix Adolphi, Leiter des Forstamtes in Neu Pudalga, weiß um das Wildschwein-Problem. „Wildschweine sind sehr anpassungsfähig, gerade wenn sie von Menschen gefüttert werden“, sagt der Förster. In Rostock beobachtet das Forstamt, wie Wildschweine ihr Gebiet vergrößern und in Richtung der Menschen drängen. Zwar seien die Tiere in den Wäldern der Hansestadt nichts Neues, hingegen aber deren Ausbreitung, erzählt Revierförster Christoph Willert aus Rostock.

Das Problem: In den Städten herrscht Jagdverbot, das nur im äußersten Fall ausgesetzt werden darf. Am besten sei ein Umdenken in der Bevölkerung, sagt Bürgermeister Petersen. Die Menschen sollten die Wildschweine nicht mehr füttern.

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