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Wildtiere werden in Städten heimisch : Die Wilden aus der Nachbarschaft

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Wildtiere lassen es sich in den Städten in Mecklenburg-Vorpommern gut gehen. Vor allem Wilschweine sind es, die als ungebetene Gäste zum Problem werden.

svz.de von
erstellt am 07.Nov.2011 | 08:55 Uhr

Rostock | Wildtiere lassen es sich in den Städten in Mecklenburg-Vorpommern gut gehen. Vor allem Wilschweine sind es, die als ungebetene Gäste zum Problem werden. Sie durchwühlen Kleingärten und öffentliche Grünanlagen, durchbrechen Zäune oder kippen Mülltonnen bei der Futtersuche um, wie auf Anfrage unter anderem die städtischen Forst- und Grünämter in Rostock und Neubrandenburg bestätigen. Dagegen wird die Landeshauptstadt Schwerin nach Darstellung ihres Wildbeauftragten, Hans Hovemann, eher von Rehen sowie von Füchsen und Mardern heimgesucht. Insgesamt sei ein zunehmender Druck von Wildtieren auf städtische Gebiete zu registrieren.

Allein in Rostock hatten Wildschweine im vergangenen Jahr rund 100 000 Quadratmeter Parkflächen im Stadtgebiet verwüstet, die aufwändig wieder hergerichtet werden mussten, wie der Abteilungsleiter Grünanlagen der Hansestadt, Jan Eisenberg, berichtete. "Schießen und Jagen ist in Wohnbereichen generell verboten oder nur in extremen Fällen mit Sondergenehmigungen und hohen Sicherheitsauflagen möglich", betonte er.

Dornenhecken sind beliebte Rückzugsgebiete

Man sei deshalb dazu übergegangen beispielsweise Brombeer- und andere Dornenhecken als beliebte Rückzugsgebiete der Wildtiere im Stadtgebiet zu roden. Eisenberg empfiehlt stabile und ausreichend hohe Zäune für gefährdete Garten- und Parkflächen, um so dem Wild das Eindringen zu verwehren. Nach Auskunft von Rostocks Forstamtschef Jörg Harmut hat sich vor allem der an ein Neubaugebiet grenzende Park der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) mit seinen Bäumen, Büschen, Hecken und Schilfflächen an den Gewässern zu einem beliebten Standort von Wildtieren entwickelt.

Für Neubrandenburgs Stadtförster Carsten Düde ist es kein Wunder, dass speziell Wildschweine als Allesfresser immer stärker in städtische Gebiete drängen: "Sie finden meist einen reich gedeckten Futtertisch in ungenügend gesicherten Gärten oder durch wild entsorgte Lebensmittelreste vor." Zudem hätten die intelligenten Tiere längst gemerkt, dass sie im Stadtgebiet sicherer leben, da ihnen dort in der Regel nicht wie im Wald von Jägern nachgestellt werde. Im Gegensatz zu den vom Schwarzwild verursachte Schäden halten sich den Angaben zufolge die Probleme mit anderen Wildtiere in Grenzen, beispielsweise wenn Rehe Blütenknospen auf Friedhöfen, Parks und Gärten abfressen, Füchse Hausgeflügel töten oder Marder Autokabel durchknabbern.

Eher marginal sind auch die Probleme mit Möwen, die speziell in Rostock-Warnemünde Einwohner und Gäste häufig mit frühem Gekreische in den Morgenstunden nicht mehr schlafen lassen oder auch manch ahnungslosen Touristen auf der Promenade im Sturzflug das Fischbrötchen aus der Hand rauben.

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