Alles zurück auf Anfang : Die unendliche Geschichte aus Bahlen

Die Bushaltestelle ein paar Meter weiter in Richtung Gülze: Schon ihr Anblick vermittelt Annette Bein ein besseres Gefühl. Fotos: D. Kreiss
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Die Bushaltestelle ein paar Meter weiter in Richtung Gülze: Schon ihr Anblick vermittelt Annette Bein ein besseres Gefühl. Fotos: D. Kreiss

Die Bushaltestelle Bahlen Nord entpuppt sich als unendliche Geschichte. Zu den Autoren gehören besorgte Eltern. Annette Bein ist eine der Mütter, die engagiert um die Sicherheit ihrer Kinder kämpfen.

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27. Juli 2012, 11:46 Uhr

Bahlen | Die Bushaltestelle Bahlen Nord entpuppt sich als unendliche Geschichte. Zu den Autoren gehören besorgte Eltern. Annette Bein ist eine der Mütter, die engagiert um die Sicherheit ihrer Kinder kämpfen. "Seit Jahren ist das nun schon so, und es hat sich bislang überhaupt nichts geändert", umschreibt sie den Stand der Dinge. Ihre Gefühle fahren Achterbahn. Der Boizenburger Bürgermeister Harald Jäschke weckte mit Versprechungen, das Problem in diesem Ortsteil endlich lösen zu wollen, immer wieder neue Hoffnung. Seine jüngste öffentliche Äußerung machte sie einmal mehr völlig zu nichte.

Bis zuletzt hatte Annette Bein daran geglaubt, dass die Stadt mit einem durchaus überschaubaren Aufwand von 30 000 Euro unweit des alten Standortes eine befestigte Alternative schafft, der den Kindern ein vernünftiges Ein- und Aussteigen ermöglicht. Das Geld war, wie es hieß, sogar im Haushalt eingestellt. Zudem war sogar von einer so genannten Bedarfsampel die Rede. Sie hätte ähnlich wie in Zahrensdorf funktioniert. Wer dort die stark frequentierte Bundesstraße überqueren will, drückt auf den Knopf und wartet auf Grün. Das scheitert in Bahlen offensichtlich an behördlichen Hürden. Es seien zu wenig Passanten gezählt worden.

Dazu kommt für die Bahlener eine weitere unerfreuliche Nachricht, die der städtische Verwaltungschef auf der jüngsten Einwohnerversammlung verkündete: Ein Planer meinte, für eine barrierefreie Erreichbarkeit in diesem Bereich einen Gehweg mit einer Länge von rund 230 Metern bauen zu müssen. Das ginge zu Lasten der Stadt, wäre umlagefähig auf Anlieger und sollte alles in allem rund 150 000 Euro kosten. Da ergibt sich nicht nur für Harald Jäschke Gesprächsbedarf. "Wir müssen", so erklärte er, "nach einem kostengünstigeren Weg suchen."

Also heißt es: Alles zurück auf Anfang. Annette Bein weiß nicht, warum die Eltern in einem Schreiben der Stadt nach ihren Vorstellungen gefragt werden. "Die sind eigentlich relativ bescheiden und klar", sagt sie ein paar hundert Meter weiter an der Schulstraße. Da befindet sich eine Bushaltestelle an der B 195, bei deren Anblick sie ein besseres Gefühl hat. Sie verfügt über einen befestigten Boden und lässt die Passagiere mit ihrem Dach nicht im Regen stehen. So etwas in der Art weiter in Richtung Stadt, und alles wäre beinahe in Ordnung. Es sollte noch das Hinweisschild ergänzt werden, welches die Kraftfahrer auf den Schulbusverkehr morgens von 6 bis 8 Uhr aufmerksam macht. Da fahren die Kinder zum Unterricht. Dass die ersten ab etwa 11.10 Uhr wieder nach Hause kommen, ist hier nicht bedacht worden, bemängelt Annette Bein. "Was muss eigentlich noch passieren, damit hier etwas passiert?", fragt die Mutter.

Für Rainer Wilmer (BfB) stellt sich die Frage, wer eigentlich den Planer veranlasste, über den von der Stadtvertretung gefassten Beschluss hinaus zu denken. 30 000 Euro sind im Haushalt vorgesehen, und das müsse aus seiner Sicht für dieses Vorhaben reichen.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass diese Geschichte aus Bahlen doch noch bald ein Ende findet, und zwar möglichst ein Happy End für alle Beteiligten.


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