Leserdiskussion zu Russland : Die trojanischen Pferde von heute

Die amerikanische Wissenschaftlerin Dr. Alina Polyakova
Die amerikanische Wissenschaftlerin Dr. Alina Polyakova

Expertin diskutiert mit Lesern über demokratische Maßnahmen zur Abwehr von Desinformation

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03. September 2018, 12:00 Uhr

Das Verhältnis der Ostdeutschen zum heutigen Russland ist höchst ambivalent. Zwar glauben die Wenigsten, dass es sich bei Präsident Wladimir Putin um einen lupenreinen Demokraten handelt, wie Ex-SPD-Kanzler Gerhard Schröder einst meinte. Dennoch genießt der Staatschef möglicherweise gerade wegen seines autokratischen Regierungsstils in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung mehr Sympathien als die eigene Bundesregierung oder gar US-Präsident Donald Trump. Und dies trotz des Wissens um mannigfache russische Einflussnahme auf westliche Gesellschaften.

Im Oktober 2017 schätzten bei einer Anhörung vor dem US-Kongress Vertreter von Facebook, dass allein über das weltweit größte soziale Netzwerk und die Foto-Plattform Instagram rund 150 Millionen US-Amerikaner im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen Posts, Bilder und Werbeanzeigen mit Inhalten, die nachweislich von russischen fake accounts stammen, gesehen haben. Die liberale Denkfabrik Brookings untersuchte in ihrer Publikation „The Kremlin’s Trojan Horses“ (Die Trojanischen Pferde des Kreml) in zwei Ausgaben den Einfluss russischer Propaganda auf europäische Länder wie z.B. Deutschland, Frankreich und Italien.

Deutschland stehe noch immer im Fokus, ist sich die Co-Autorin der Studie Alina Polyakova sicher: „Deutschland ist noch immer angreifbar.“ Durch die enge Verbindung des deutschen Energiesektors mit russischen Konzernen müsse auch in Zukunft mit einer direkten oder indirekten Einflussnahme des Kremls gerechnet werden, sagte sie der CDU-nahen Adenauer-Stiftung. Auch die neue Funktion von Ex-Kanzler Schröder im Aufsichtsrat des russischen Konzerns Rosneft sieht Polyakova als „zutiefst beunruhigend“.

Mit ihren Forschungsergebnissen ist Polyakova derzeit in Deutschland unterwegs. Ihr einziger norddeutscher Auftritt führt sie morgen ins Verlagshaus der Schweriner Volkszeitung.

Leserdiskussion

Liebe Leserinnen und Leser, zur Diskussionsveranstaltung mit Dr. Alina Polyakova morgen um 17 Uhr im Casino des SVZ-Verlagshauses in Schwerin sind Sie herzlich eingeladen. Wir bitten um vorherige Anmeldung unter 0385 6378 8104 oder per Mail unter redaktion@medienhausnord.de.

Hinweis: Die Veranstaltung wird simultan gedolmetscht, Geräte werden am Einlass ausgegeben. Von der Veranstaltung wird in Text und Bild berichtet. Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit Bild- und Tonaufnahmen einverstanden.

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