Hiddensee : Die Traumvilla der Diva

Das  Sommerhaus der Stummfilm-Diva Asta Nielsen   in Vitte auf Hiddensee
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Das Sommerhaus der Stummfilm-Diva Asta Nielsen in Vitte auf Hiddensee

 Nach Jahren des Verfalls wird das Asta-Nielsen-Haus auf Hiddensee saniert

svz.de von
09. Juli 2014, 05:11 Uhr

Das denkmalgeschützte Asta-Nielsen-Haus auf der Insel Hiddensee wird nach Jahren des Verfalls endlich saniert. Wie Kurdirektor Alfred Langemeyer jetzt sagte, beginnen voraussichtlich Mitte Juli die Bau- und Restaurierungsarbeiten an dem Haus in Vitte. Mit der Sanierung des Hauses wird ein weiterer Teil der Geschichte Hiddensees als Künstlerinsel erlebbar.

Das von dem Architekten Max Taut (1884-1967) entworfene Haus der Stummfilm-Diva Nielsen (1881-1972) wird dabei möglichst originalgetreu wieder hergerichtet. Seit 2009 steht das 1922/1923 erbaute und inzwischen stark sanierungsbedürftige Anwesen leer. Die Arbeiten sollen im Herbst abgeschlossen werden, sagte Langemeyer.

Bereits Ende des Jahres wird eine Ausstellung zu Asta Nielsen und dem Architekten Taut in dem Haus öffnen.

Die Schauspielerin hatte das Haus 1929 gekauft. Den Rundbau taufte sie liebevoll „Karusel“. Der Originalschriftzug ist noch heute über dem Eingang zu lesen.

Bis 1935 verbrachte Nielsen, die ihre größten Erfolge zwischen 1910 und Anfang der 1920er-Jahre feierte, die Sommer auf der Insel. Dank ihrer Gastfreundschaft avancierte das Anwesen zum Treffpunkt für Künstler: Heinrich George, Joachim Ringelnatz oder Gerhart Hauptmann zählten zu den Gästen. Ringelnatz verfasste über das Haus sogar ein kleines Gedicht. „Fischerhütten, schöne Villen/Grüßen sich vernünftig freundlich/Steht ein Häuschen in der Mitte,/Rund und rührend zum Verlieben./,Karusel‘ steht angeschrieben./Dieses Häuschen zählt zu Vitte.“

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten kehrte Nielsen 1936 in ihre dänische Heimat zurück. Das Haus ließ sie verschlossen mit dem gesamten Inventar zurück.

„Erst Mitte der 1950er-Jahre ging das Originalmobiliar an die Familie nach Dänemark“, sagte Langemeyer. Das Haus blieb bis Frühjahr 1989 im Besitz der Erben. Im Frühjahr 1989 – ein gutes halbes Jahr vor dem Fall der Mauer – verkauften sie das Haus für damals 5000 Mark an die Gemeinde.

Nach der Wende wurden die historischen Holzfenster herausgebrochen und durch größere ersetzt. 1995 wurde eine Gasheizung mit Plattenheizkörpern installiert. Diese Bausünden sollen nun beseitigt werden. Auch sollen die Innenwände wieder nach originalem Vorbild gestaltet werden. Der Bruder von Max Taut, Bruno Taut, hatte für das Haus ein Farbkonzept entwickelt. Je nach Lichtstimmung wurden die Räume in Blau- oder Rottönen gestaltet.

Im Erdgeschoss soll künftig eine Ausstellung an die Schauspielerin wie auch an den Architekten erinnern. Dieser hat vier als Rundbauten angelegte Häuser auf der Insel entworfen. Die Gemeinde hofft bei der Finanzierung der Ausstellung auf Unterstützung durch Dänemark, dort wird Asta Nielsen noch heute verehrt.


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