zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

12. Dezember 2017 | 09:25 Uhr

Müllerzeugung : Die Tonne ist voll

vom
Aus der Onlineredaktion

MV beim Pro-Kopf-Restmüll-Ranking auf 4. Platz

svz.de von
erstellt am 04.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Die Deutschen gehören zu den Weltmeistern bei der Müllerzeugung – Mecklenburger und Vorpommern bilden da keine Ausnahme. Nach einer Studie des Preis- und Produktvergleichsportals billiger.de „produziert“ jeder Deutsche im Jahr 455 kg Haushaltsabfall, mehr als die Hälfte davon sind recyclebare Wertstoffe, 188 kg allerdings sind Haus- und Sperrmüll.

In Mecklenburg-Vorpommern fielen im Untersuchungszeitraum 2015 immerhin 368 102 Tonnen Haus- und Sperrmüll an, 228 kg pro Kopf – Platz vier im Ranking der 16 Bundesländer. Spitzenreiter sind Hamburg und Berlin mit Pro-Kopf-Restmüllaufkommen von 279 bzw. 247 kg, Sachsen und Baden-Württemberger warfen dagegen nur 148 bzw. 141 kg Restmüll in die Tonne.

müllhochburg mv
 

Fünf der sieben von der Studie erfassten Landkreise bzw. kreisfreien Städte aus MV (Nordwestmecklenburg gehört nicht zu den 200 verglichenen Kommunen) liegen über dem Bundesdurchschnitt. Sie werden von den Studienautoren sogar als Hausmüll-Hochburgen bewertet: die Landkreise Vorpommern Rügen, Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte sowie die beiden kreisfreien Städte Rostock und Schwerin. Im bundesweiten Mittelfeld bewegen sich lediglich die Landkreise Rostock (190 kg) und Ludwigslust-Parchim (171 kg). Zum Vergleich: Spitzenreiter Bremerhaven bringt es pro Kopf auf 347 kg Hausmüll, im Landkreis Konstanz dagegen kommen pro Einwohner im Jahr gerade einmal 86 kg Hausmüll zusammen. Betrachtet man das Gesamtmüll-Aufkommen – also neben dem Rest- auch Wertstoff- und Biomüll –, bewegen sich Mecklenburger und Vorpommern im Mittelfeld. Die Einwohner der Seenplatte mit 384 kg und der Landkreis Rostock mit 344 kg werden in der Studie in dieser Kategorie sogar als Müllvermeider eingestuft. Und das, obwohl beide Landkreise als Urlaubs- und Tourismusregionen gelten, in denen den Studienautoren zufolge ein Teil der Müllmenge von Tagesgästen und Urlaubern stammt. Unterschiede sind der Studie zufolge aber auch durch Abfallsatzungen und die Entsorgungslogistik beeinflusst.

Kommentar “Eine Frage des Geldes“ von Karin Koslik

Appelle zur Müllvermeidung gibt es seit Jahren. Gebracht haben sie wenig – zumindest dort, wo nicht gleichzeitig über die Abfallsatzungen auch finanzieller Druck aufgebaut wurde.

Ein Beispiel: Meine Mutter muss für die 14-tägliche Abfuhr ihrer Restmülltonne bezahlen – egal, ob sie sie gefüllt hat oder nicht. In meinem Heimatkreis dagegen sind vier Mindestentleerungen pro Jahr Pflicht. Ansonsten entscheidet jeder selbst, wann er die Mülltonne vors Haus stellt – und zahlt auch nur für die entsprechende Zahl weiterer Entleerungen.

Im billiger.de-Restmüll- Ranking trennen beide Kreise 94 Plätze. Alles klar?

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen